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Homophobe Gewalt

290 neue Fälle in Berlin

von David Berger

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Trans*phobie stellt MANEO seinen Report für 2013 vor. MANEO wertete 290 Fälle mit homophoben und trans*phoben Hintergründen für Berlin aus und ordert die Verstärkung von Strukturen, die der Aufklärung, Gewaltprävention und der Opferhilfe dienen.

Täglich werden in Deutschland Lesben, Schwule, Bi- und Trans*-Personen beleidigt oder auch körperlich angegriffen und verletzt. „Dass in Berlin mehr Fälle als in anderen deutschen Regionen bekannt werden erklären wir damit, dass hier wirksamere Strukturen vorhanden sind, die Vorfälle sichtbar machen. In Berlin ist es für LSBT* nicht gefährlicher als in anderen deutsche Großstädten. Die Vorfälle erfordern es, Homophobie und Trans*phobie als gesamtgesellschaftliche Herausforderung ernst zu nehmen“, so Bastian Finke, Leiter von MANEO.

Im Jahr 2013 wurden MANEO 500 neue Fälle und Hinweise gemeldet (im Jahr 2012 waren es 474). Davon boten 353 Fälle genügend Anhaltspunkte für eine Auswertung (2012 waren es 294). 259 Fälle, die sich auf Berlin bezogen, hatten einen homophoben Hintergrund (2012 waren es 202). 246 Fälle richteten sich gegen Schwule und männliche Bisexuelle und 13 Fälle gegen Lesben. Weitere 23 Fälle richteten sich gegen Trans*-Personen. 8 Fälle richteten sich an LSBT* als Gruppe insgesamt. 49 Fälle zum Nachteil von LSBT*-Personen mit Tatort Berlin zeigten keinen homophoben oder trans*phoben Hintergrund, und 14 Fälle lagen außerhalb Berlins.

„Die Fallzahlen liegen damit auf gleichbleibend hohem Niveau“, erklärte Projektleiter Bastian Finke. „Wir haben 2013 mehr Fälle erfassen können als im Vorjahr, was jedoch nicht bedeutet, dass wir eine Zunahme an homophoben oder trans*phoben Übergriffen in Berlin zu verzeichnen haben.

Wir haben mit unserer Arbeit dazu beigetragen, Übergriffe zu dokumentieren und sie damit aus dem Dunkelfeld herauszuholen“, so Bastian Finke, Leiter von MANEO. „Dass wir das Dunkelfeld gegenüber letztem Jahr weiter erhellen konnten, lag einerseits an unserer intensiven Gewaltpräventions- und Öffentlichkeitsarbeit, mit der wir große Präsenz gezeigt und immer wieder Angebote und Erreichbarkeiten von MANEO, Polizei und Staatsanwaltschaft vermitteln konnten.

Andererseits ist es uns gelungen, die Koordination zwischen MANEO und den Ermittlungsbehörden zu verbessern, so dass mehr Fälle erkannt werden konnten. Deshalb schließt der MANEOReport 2013 auch Beiträge der Polizei und Staatsanwaltschaft mit ein.“ MANEO und die Polizei Berlin gehen davon aus, dass bis zu 80-90 % der homophoben Gewalttaten in Berlin nicht gemeldet werden.

Konsequenzen aus der Anzahl der Meldungen

Bereits die bekannt gewordenen Fallzahlen machen deutlich, dass Verstärkungen in der Opferhilfearbeit dringend geboten sind. Dabei geht es nicht nur um die individuelle Beratung und Unterstützung Betroffener, sondern auch darum, dass Menschen, die aufgrund ihrer Identität angegriffen wurden, nicht alleine gelassen werden dürfen, sondern gesellschaftliche Unterstützung und Solidarität erfahren müssen, damit sie zurück in die Mitte der Gesellschaft finden. Das ist integraler Bestandteil spezialisierter Opferhilfearbeit, die hier geleistet werden muss.

Denn vorurteilsmotivierte Hasskriminalität zielt darauf, „das Opfer sowie die Gemeinschaft des Opfers auf Grund ihrer persönlichen Charakteristika einzuschüchtern. Solche Verbrechen vermitteln dem Opfer die Botschaft, dass es nicht willkommen ist; sie bewirken, dass dem Opfer das Recht auf volle Partizipation am Leben in der Gesellschaft verweigert wird. Ferner vermitteln sie Mitgliedern der Gemeinschaft, die die Charakteristika des Opfers teilen, dass auch sie nicht dazugehören und dass sie ebenso Ziele von Verbrechen werden könnten. Deshalb können hate crimes die Struktur der Gesellschaft schädigen und Gemeinschaften zerspalten“, so eine Publikation der OSZE zum Thema Hasskriminalität. Hasskriminalität gefährdet demokratische Strukturen. Gerade deshalb muss hier Opferhilfearbeit die gesellschaftliche Solidarität einbinden und einfordern.

Weitere Ergebniss des MANEO-Reports 2013

Die dominierenden Deliktformen bei schwulenfeindlichen/ homophoben Gewalttaten sind:

– einfache Beleidigungen: 19%

– einfache und gefährliche Körperverletzungen: 22%

– Nötigungen und Bedrohungen: 14%

– Raubstraftaten: 28%

Die Bezirke mit den häufigsten Meldungen sind:

– Schöneberg: 43%

– Tiergarten: 9%

– Kreuzberg: 8%

– Neukölln: 7%

Tatorte sind überwiegend:

– das öffentliche Straßenland: 36%

– Wohnungen und unmittelbares Wohnumfeld: 19%

– Cruisingorte, beispielsweise Parkanlagen und Waldgebiete: 9%

– Hotels und Pensionen: 6%

Die auffällige Zunahme von Vorfällen in Schöneberg bzw. im Schöneberger Regenbogenkiez hatte seit Anfang des Jahres zu einer Intensivierung der Gespräche zwischen MANEO und der Polizei geführt. Durch verstärkte polizeiliche und kriminalpräventive Maßnahmen konnte bis zum Jahresende eine deutliche Abnahme von Vorkommnissen in Schöneberg festgestellt werden.

(c) Foto: Maneo Plakataktion

 


13 Kommentare

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