Christen und Jesiden protestieren auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude gegen die Ver

Der ISIS-Terror geht weiter

Im Irak werden vier Schwule enthauptet

Kaum ein Monat vergeht – inzwischen scheint es sich gar zu einer wöchentlichen Tradition zu entwickeln –, dass Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (ISIS) schwule Männer töten. Es sind Hinrichtungen, unvorstellbar grausam, und sie finden öffentlich statt, um eine größtmögliche Abschreckung zu schaffen, den größtmöglichen Terror zu verbreiten. Gestern sollen nach Angaben einer spanischen Nachrichtenagentur vier schwule Männer in Mossul (Irak) enthauptet worden sein. Zuvor waren sie nach der Scharia, dem religiösen Gesetz des Islam, verurteilt worden, die mit Todesstrafe außerdem Mord, Ehebruch und Blasphemie ahndet.

Das Interesse der Mainstream-Medien lässt nach

Unsere untenstehende Chronik fasst ähnliche Vorfälle der letzten Monate zusammen, unter anderem den in der irakischen Stadt Ninive, über den weltweit berichtet wurde. Seither jedoch ist zu beobachten, dass sich die Mainstream-Medien nicht mehr für diese Fälle zu interessieren scheinen. Es sind lediglich schwule Nachrichtenportale, die diese grausamen Menschenrechtsverletztungen dokumentieren – leider zum Teil recht reißerisch.

Wir zeigen keine Horrorbilder

MÄNNER schließt sich darum ausdrücklich dem Plädoyer von Queer.de an. Micha Schulze weist zu recht darauf hin, dass entsprechende Aufnahmen Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte der Opfer verletzen und zudem nicht als unabhängige Dokumentation betrachtet werden können. Denn: Unabhängigen, freien Journalismus gibt es nicht, wo die ISIS herrscht, von einer unabhängigen Justiz ganz zu schweigen. So ist beispielsweise unklar, ob die Homosexualität der Opfer nur behauptet wird und der tatsächliche Grund möglicherweise ihr Widerstand gegen die Terrorgruppe ist. Darum:

„Liebe Blogger, Kollegen, Admins und Facebook-User, bitte denkt noch einmal nach, bevor wieder neue Horrorbilder im Netz auftauchen: Wer diese menschenfeindliche Propaganda weiterverbreitet, macht sich zum Helfershelfer der Mörder!“ (Micha Schulze, Queer.de)

MÄRZ 2015

ISIS ermordet Anfang des Monats einen mutmaßlich schwulen Mann. Auf einem Video ist zu sehen, wie er von einem Dach gestoßen wird – Augen verbunden, an Armen und Beinen gefesselt. Danach wird er gesteinigt.

JANUAR 2015

In der irakischen Stadt Ninive führen Terroristen zwei Männer mit schwarzen Masken auf das Dach eines Gebäudes. Sie müssen auf einen Vorsprung klettern – dann springen sie in den Tod.

DEZEMBER 2014

Im syrisch-irakischen Grenzgebiet in der Region Wilajet al-Furat wird ein mutmaßlich schwuler Mann nach dem Urteil eines islamischen Gerichts vom höchsten Punkt der Stadt geworfen und zu Tode gesteinigt.

NOVEMBER 2014

Die Terrorgruppe Islamischer Staat steinigt in Syrien zwei junge Schwule (18 bzw. 20 Jahre alt). Einer von ihnen nahe der irakischen Grenze, der andere in der Provinzhauptstadt Deir ez-Zor. Angeblich hatte man auf seinem Telefon Videos gefunden, die ihm beim Sex mit anderen Männern zeigten.

 

Unser Foto ist auf einer Demonstration im vergangenen Sommer entstanden, bei der Christen und Jesiden in Berlin gegen die Verfolgung von Minderheiten durch ISIS-Terroristen im Irak protestierten. (Imago)


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