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Mutation? X-Man outet sich

Nach 50 Jahren fällt die Maske

Heute erscheint das Comic-Heft „All-New X-Men #40“, worin sich der legendäre Iceman – einer der originalen Fünf des X-Men-Teams – nach langen Spekulationen als schwul outet. Für manch eingeschworenen Marvel-Fan kommt das einem kleinen Erdbeben gleich.

Shawn Ashmore spielt im Film Iceman. (Quelle: Wikipedia)

Shawn Ashmore spielt im Film Iceman. (Quelle: Wikipedia)

Die Comic-Ausgabe, um die es hier geht, hat Brian Michael Bendis geschrieben. Er erzählt darin, wie es den jüngeren Versionen der ursprünglichen fünf X-Men ergeht: also Iceman, Cyclops, Beast, Angel und Jean Grey. Sie haben sich in der Vergangenheit verirrt und kämpfen von dort aus den ewigen Kampf mit der Gegenwart. Man kennt das Thema auch aus der erfolgreichen Filmversion, wo der 35-jährige Kanadier Shawn Ashmore Iceman spielt. Das Coming-out von Iceman, über dessen sexuelle Orientierung Fans seit langem spekulierten, findet in einer Szene statt, wo die rothaarige Jean Grey den eisigen Mutanten beschuldigt, sein wahres Ich zu verstecken und seine angebliche Heterosexualität überzubetonen, indem er mit den weiblichen Mitgliedern des Teams fortwährend auf penetrante Weise flirtet. Als er diesen Vorwurf von sich weist und gleich noch eine kleine Wand aus Eis um sich herum hochzieht, erinnert Jean ihn daran, dass sie ein Medium sei und Gedanken lesen könne. Daraufhin traut sich Iceman, ihr seine wahren Gefühle zu gestehen – dass er nämlich in den attraktiven Angel verliebt sei. (In der Film-Serie gespielt vom blonden Ben Foster.) Dummerweise ist Angel nicht schwul. Jean umarmt daraufhin ihren Tiefkühlfreund und erklärt ihm, dass es heutzutage okay sei schwul zu sein: „Es ist nicht mehr so, wie damals!“ Womit sie eine geschickte Brücke schlägt zwischen der Reise in die Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen der sie alle hin und her pendeln, um die beste aller möglichen Welten zu erschaffen. Ihr freundschaftlicher Rat bezüglich Angel: „Er ist sowieso viel zu schön!“ (Bezogen auf Ben Foster hat sie da absolut recht.)

Teil 1 der großen Coming.out-Szene in "All-New X-Men #40".

Teil 1 der großen Coming.out-Szene in „All-New X-Men #40“. (Quelle: Marvel Comics)

Die Mutationen der X-Men sind schon vielfach als Metapher für Homosexualität interpretiert worden, als eine Gabe – oder Kraft – mit der sie geboren wurden, die in der Pubertät voll durchbricht und die sie lange vor der Öffentlichkeit versteckt halten mussten. Obwohl es in den letzten Jahren diverse schwule X-Men gab, gehört Iceman zu der originalen Formation, die Stan Lee und Jack Kirby in den 1960er Jahren kreierten. Was dieses Coming-out besonders macht.

Wie es die weitere Comic-Serie beeinflussen wird, muss sich zeigen. Und ob Iceman und Angel bzw. Shawn Ashmore und Ben Foster nochmal im Bett landen werden, darf man mit Spannung abwarten.

Fans von Slash-Literatur können jedenfalls in die Tasten hauen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Alle anderen können den neuen Comic für 3,99 Dollar kaufen und staunen, wie aufgeklärt Mutanten heute sein können, wenn sie in die Vergangenheit reisen und nochmal Teenies sein dürfen.

Finale des Coming-out-Moments in "All-New X-Men #40"

Finale des Coming-out-Moments in „All-New X-Men #40“ (Quelle: Marvel Comics)

 

 


1 Kommentar

  1. Koolau

    Im Artikel wird mehrmals gesagt, dass die 5 originalen X-Men in die Vergangenheit reisen – sie kommen jedoch aus der Vergangenheitund wurden in die Gegenwart „verschleppt“. Und darin ist auch das wirklich interessante Detail derStory versteckt: der erwachsene Iceman aus der originalen Timeline ist (wohl auch tatsächlich) hetero. Nur sein in die Zukunft gereistes jüngeres selbst ist schwul – möglicherweise auf Grund der unterschiedlichen äußeren Umstände oder der unterschiedlichen Erfahrungen der beiden eigentlich sonst identischen Charaktäre. Darin liegt der wirkliche Geniestreich der Story.


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