Halt

Karenz für Schwule

Österreich macht Fortschritte bei Familienpolitik

Ja, was ist denn mit Österreich los?! Das gemeinhin als eher konservativ verschriene Land zieht in Sachen Gleichstellung Homosexueller immer mehr an – gut so! Nachdem es ab 1.1.2016 auch homosexuellen Pärchen in der Alpenrepublik erlaubt sein soll, ein Fremdkind zu adoptieren (Hintergrund), wird nun darüber verhandelt, ob der „Papamonat“ – also die Karenz für frischgebackene Väter – in einen „Babymonat“ umgewandelt werden soll.

Diskriminerung vermeiden

Der Hintergrund: Bisher bezog sich der „Papamonat“ ausschließlich auf heterosexuelle Paare, schwule bzw. lesbische Pärchen profitierten nicht von dieser Möglichkeit. Weil Worte aber Realität schaffen, wird in der neuen Beamten-Dienstrechtnovelle, die diese Woche zur Begutachtung ging, gefordert, einen „Babymonat“ einzuführen. „Um jegliche Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare zu vermeiden“, heißt es in den Erläuterungen.

Damit besteht ein Rechtsanspruch auf einen unbezahlten Karenzurlaub in der Dauer von bis zu vier Wochen auch für Personen, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben und sich Zeit für das Baby nehmen wollen. Gleichzeitig soll auch für Personen, die ein Kind, das das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet hat, adoptieren, die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Frühkarenzurlaubs geschaffen werden.

„Republik Österkrank!“

Bleibt zu hoffen, dass die Novelle des Beamten-Dienstrechts (im Mittelpunkt steht freilich eine andere Forderung, nämlich die Sicherstellung, dass das durch zwei EuGH-Urteile notwendig gewordene neue Besoldungssystem mit einem neuen Modell der Anrechnung von Vordienst- und Ausbildungszeiten den österreichischen Beamten und Vertragsbediensteten keine finanziellen Nachteile bringt) tatsächlich durchgesetzt wird.

Wenig überraschend wird die Forderung nach einem „Babymonat“ nicht von allen Seiten gut aufgenommen. Zahlreiche Internet-User sehen darin eine Bevorzugung einer gesellschaftlichen Minderheit (Tatjana „Schwuler Terror“ Festerling würde lautstark zustimmern!): „Interessiert eigentlich die Mehrheit nur marginal……und wird auch die dringend notwendige Erhöhung der Geburtenrate nicht wirklich beeinflussen…“, ist in in einem Online-Forum einer österreichischen Tageszeitung zu lesen. Oder: „und wieder: unwesentliches wird zum wesentlichen.“ Eine andere Userin lässt ihre Wut auf das gesamte Österreich freien Lauf: „Republik Österkrank!“

Wo ist Conchita Wurst, wenn man sie braucht?!

Foto: Halt_www.JenaFoto24.de_pixelio.de


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