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Neues HIV-Projekt „Sprungbrett”

Wenn Buddys helfen

Ja, es gibt PreP. Nein, HIV ist nicht mehr zwingend eine tödliche Krankheit. Trotzdem ist die Diagnose HIV nach wie vor für die meisten Menschen ein tiefer Einschnitt in ihr Leben, wirft sie aus der Bahn, macht ihnen Angst. HIV-Positive fühlen sich nicht selten alleine und unverstanden, haben das Gefühl, mit keinem reden zu können. Natürlich helfen Ärzte, Therapeuten und Organisationen wie die AIDS-Hilfe, wenn es darum geht, wichtige Fragen zu beantworten und die Diagnose erstmal zu verdauen. Und doch – auch der beste Mediziner kann nicht jenen Gesprächspartner ersetzen, der aus tiefster Seele weiß, wovon man redet, was die eigenen Ängste sind und wie man sich im tiefsten Inneren wirklich fühlt.

HIV-Buddy-Projekt „Sprungbrett“

Aus diesem Grund startet die Deutsche AIDS-Hilfe ab April das bundesweite HIV-Buddy-Projekt „Sprungbrett“. Die Idee ist simpel, dafür umso effektiver: Ein HIV-Positiver, der schon seit etlichen Jahren mit der Krankheit lebt, gibt sein Wissen an Personen weiter, die erst vor kurzem die Diagnose bekommen haben und nun vielleicht das Gefühl haben, nicht mehr weiter zu wissen. Der „Buddy“ („Kumpel“) ist also jemand, der einen bei den ersten Schritten mit der HIV-Infektion begleitet. Jemand, der die Herausforderungen kennt, die ein positives Testergebnis mit sich bringt. Buddys sind Menschen wie Du und Ich.

Was die Buddys tun? Ganz einfach: Sie hören zu und helfen dabei, die vielen Gedanken, die einem plötzlich durch den Kopf schwirren, zu sortieren. Sie berichten von ihren Erfahrungen, unterstützen einen dabei, eine (neue) Perspektive zu entwickeln und machen Mut, den eigenen Weg zu gehen und das Leben mit HIV zu gestalten. Vor allem aber zeigen die Buddys, dass eines sehr wohl möglich ist – nämlich „positiv“ zu leben.

Buddys werden geschult

Auf www.sprungbrett.hiv können sich Interessierte ihren persönlichen Buddy aussuchen und ihn direkt per Mail anschreiben. Alles Weitere kann man dann persönlich besprechen, zum Beispiel bei einem gemütlichen Kaffee oder einem Spaziergang durch den Park. Vielleicht entwickelt sich ja sogar eine tolle Freundschaft. Und, ganz klar: Natürlich bleibt alles, was man mit dem Buddy bespricht, geheim.

Was auch interessant ist zu wissen: Alle Buddys arbeiten ehrenamtlich. „Sprungbrett“ wurde von Menschen mit HIV entwickelt und von der Deutschen AIDS-Hilfe koordiniert und geleitet. Vertraulichkeit, Schweigepflicht, Feedback-Bögen für NützerInnen und qualitätssichernde Maßnahmen wie Schulungen, Fortbildungen und regelmäßige Meetings sorgen für einen sicheren Rahmen – sowohl für NützerInnen als auch für die Buddys.

Alles Weitere unter www.sprungbrett.hiv.

Screenshot (970)

Fotos: Deutsche AIDS-Hilfe
Still / www.sprungbrett.hiv 


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