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„Liebe kennt keine Grenzen”

Luxemburgs Premier heiratet seinen Freund

„Ich wünsche mir, dass in der ganzen Welt gleichgeschlechtliche Paare so glücklich sein können wie wir heute, in Zukunft und vorher schon”, sagt Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel (rechts oben im Bild) im Anschluss an seine Trauung mit dem Architekten Gauthier Destenay. Auf die Frage, was ihm die Hochzeit bedeute, fügt er hinzu: „Dass man frei leben kann und Liebe keine Grenzen kennt.” Dann eilt das frisch vermählte Paar auch schon weiter zum Cercle Municipal, wo die abendliche Feier stattfindet. 600 geladene Gäste sollen zur Sause in dem repräsentativen Verwaltungsgebäude geladen sein. Aber so genau weiß das keiner. Bis zum Schluss waren die Details über die Trauung geheim gewesen und auch jetzt soll sie nicht zum öffentlichen Spektakel werden. Obwohl sie es vielleicht gerade wegen der Geheimniskrämerei längst ist.

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Stundenlang hatten sich Fans und Journalisten die Beine in den Bauch gestanden, um die beiden Gatten endlich zu Gesicht zu bekommen. Bettel und Destenay waren bereits seit 2010 verpartnert, wollten nach der Gleichstellung der luxemburgischen Ehe am 1. Januar 2015 den Knoten aber noch mal fester zurren. Dass die Trauung am 15. Mai stattfinden sollte, sickerte vor ein paar Wochen durch, genauer Zeitpunkt und Ablauf der Zeremonie wurden aber verschwiegen. Bis zum Schluss. Erst als sich die beiden frischgebackenen Gatten am späten Freitagnachmittag vorm Luxemburger Rathaus, zeigten, um mit Bürgern und Familienmitgliedern Fotos zu machen, war das Ja-Wort auch in der Öffentlichkeit besiegelt.

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Die örtliche Homo-Szene sieht die Hochzeit zwiespältig. Die einen freuen sich und klatschen Beifall, die anderen meinen, der Premierminister hätte durch mehr öffentliches Tamtam Flagge bekennen sollen. Der Mann der großspurigen Homo-Gesten war Bettel allerdings noch nie – weder bei seinem Medien-Coming-out im Jahr 2008, noch bei seinen bisherigen Auftritten mit Gauthier Destenay. Dazu passt auch, dass keine Flitterwochen geplant sind. Nach dem Hochzeitswochenende geht es für beide Ehemänner wieder an die Arbeit – so wie die Welt weiter daran arbeiten muss, dass gleichgeschlechtliche Paare überall so glücklich sein können wie Luxemburgs Premier und sein Mann. Vielleicht hat er mit den klaren Worten nach der Trauung ja dazu beigetragen.    

 

Fotos: Christian Lütjens


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