008-optimized

Hassverbrechen werden nicht gemeldet

UK rechnet mit jährlich 35.000 homophoben Übergriffen

Zehntausende Hassverbrechen, die in Großbritannien jährlich gegen Schwule und Lesben verübt werden, kommen nicht zur Anzeige. Offenbar ist die Angst davor so groß, dass man als Opfer nicht verstanden und nicht empathisch behandelt wird. Ein Bericht für die Gleichstellungskommission des Landes geht von 35.000 LGBTI-feindlichen Vorfällen aus. Das macht etwa 100 pro Tag.

Die Autorin der Studie, Dr. Stevie-Jade Hardy, Dozentin an der University von Leicester, wo es ein Zentrum für Hassstudien gibt, sagt: “Hassverbrechen sind Routine, und dort, wo LGBTI-Personen betroffen sind, werden sie meist nicht gemeldet.“

Ox66maOG

Dr. Stevie-Jade Hardy (Foto: Twitter)

Opfer von Transphobie erleben mehrfach im Jahr Übergriffe

Die Studie wurde vom Zentrum für Hassstudien erstellt und zeigt, dass 88 % der LGBTI-Personen eine Form von Hassverbrechen erlebt haben, die emotionale und/oder körperliche Narben hinterlassen haben. Nur 14 % der Opfer haben zuletzt solche Vorfälle der Polizei gemeldet. Die Studie zeigt auch, dass Opfer von Transphobie sogar mehrfach, bis zu 50mal im Jahr angegriffen werden, aber nur jeder Dritte meldet diese Vorfälle.

Paul Roberts, Geschäftsführer des LGBT Consortium: “Die LGBTI Communitys arbeiten schon mit der Polizei, um Hemmschwellen abzubauen und praktische und auch emotionale Hilfe anzubieten. Allerdings ist es oft so, dass Schwule und Lesben einen Vorfall gar nicht als Hassverbrechen erkennen oder sie tun es leichtbertig ab.“

Hassverbrechen sollen häufiger gemeldet werden, vor allem auf dem Land

Hate Crime Social Media 1_0

Eine Kampagne mit dem Motto „Recognise it. Report it.“ (Erkenne es! Melde es!) soll Schwule und Lesben in die Lage versetzen, sich gegen Hassvebrechen zu wehren – mittels Aufklärung und Training, aber auch, indem regionale Kooperationspartner gesucht werden. Unter Führung des LGBT Consortiums ist es das erste Mal, dass sich Gruppen aus ganz England und Wales zusammentun, um etwas gegen Hassverbrechen zu unternehmen. Und zwar mit besonderem Fokus auf ländliche Gebiete, wo solche Vorfälle besonders selten gemeldet werden.

Titelfoto: e-shootershill.co.uk


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close