Supreme_Court_US_2010

Ist es heute soweit?

Oberstes US-Gericht entscheidet über Ehe-Öffnung

Bevor sich das oberste Verfassungsgericht der USA Anfang Juli in die traditionelle Sommerpause verabschiedet, stehen noch ein paar wichtige Urteile an, die diese Woche bekanntgegeben werden sollen. Unter ihnen sind zwei, die weit über die Grenzen der USA Beachtung finden werden.

Wieviele Bürger unterstützen das?

Neben dem Kippen oder Bestehenlassen von „Obamacare“, der überaus erfolgreichen Gesundheitsreform von Präsident Obama, wird erwartet, dass der Supreme Court am heutigen Montag oder am Donnerstag über die Verfassungsmäßigkeit der landesweiten Eheöffnung entscheidet. Sechs Paare hatten geklagt, weil sie in ihren Heimatstaaten nicht heiraten können. Das ist inzwischen in 37 von 50 Bundesstaaten möglich und wird, laut Umfragen, von mehr als zwei Drittel aller Einwohner der USA unterstützt.

Wie reagieren die Kandidaten?

Die Präsidentschaftskandidaten reagierten sehr unterschiedlich. Hillary Clinton, die sich für die Demokraten um die Kandidatur fürs höchste Amt im Land bewirbt, drückte ihre Hoffnung aus, das Gericht werde „im Sinne der Mehrheit der Bürger und für die Zukunft entscheiden“. Die Eheöffnung sei überfällig. Jeb Bush, der prominenteste Kandidat der Republikaner, sagte auf einer religiösen Konferenz, es ginge in dieser Frage darum „nicht nur das Recht auf verschiedene Religionen, sondern auch auf deren Ausübung“ zu verteidigen. Deswegen wäre die Eheöffnung gefährlich und falsch. Außerdem sagte er, er fände es überaus wichtig, dass Kinder bei gemischtgeschlechtlichen Paaren aufwüchsen. Der konservative Hardliner Ted Cruz, forderte seine Anhänger gleich auf, für die Verfassungsrechtler zu beten.

Positives Zeichen

Von vielen Aktivisten wurde es als positives Zeichen gewertet, dass der Supreme Court die Fälle der sechs Paare im März überhaupt angenommen hatte, da Eherecht eigentlich auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten entschieden wird. Sollte die Entscheidung zu Gunsten der Eheöffnung ausfallen, würde das den Druck auf die deutsche Bundesregierung noch einmal erhöhen.

Bild: Steve Petteway/Wikicommons

 


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