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Süssmuth für Eheöffnung

"Ich verstehe nicht, warum nicht alle in den Genuss der Ehe kommen sollten.“

Dr. Rita Süssmuth, frühere CDU-Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit und ehemalige Bundestagspräsidentin, hat sich gestern für die Öffnung der Ehe und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare stark gemacht. In der Eröffnungsrede des 7. Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses DÖAK in Düsseldorf, der 2015 unter dem Motto „WISSENschafftZUKUNFT – Gemeinsam auf dem Weg zur Heilung“ sagte die 78-Jährige: „In unserem Zusammenleben mit homosexuellen Menschen gibt es noch viel zu tun. Da bedarf es der Heilung noch sehr. … Eine Ehe ist ein partnerschaftlicher Vertrag, nicht nur romantisches Ideal. Ich verstehe nicht, warum nicht alle in den Genuss der Ehe kommen sollten.“ Und weiter: „Das Leben mit Kindern ist ein Segen und kann sehr heilsam sein. Und auch Schwule und Lesben sollten das uneingeschränkt erfahren dürfen. Vielleicht könnten wir als Gesellschaft dabei auch uns selbst heilen.“

Viel von schwulen Männern gelernt

Süssmuth bezeichnete die Anfänge der HIV- und AIDS-Politik in Deutschland, für die sie maßgeblich verantwortlich ist, als „meine größte Bewährungsprobe in der Politik“. Ihre Politik der Prävention und Kommunikation mit Positivenvertretern war Mitte der 1980er völlig neu und sehr umstritten, galt aber bald als das erfolgversprechendste Modell und wurde weltweit kopiert. Süssmuth erinnerte gestern auch noch einmal daran, dass es ihre engsten Mitarbeiter bei diesem Projekt schwule Männer waren, „von denen ich unendlich viel lernen durfte.“

MÄNNER-Autoren ausgezeichnet

Christan Lütjens (links) und Paul Schulz mit Rita Süssmuth

Christan Lütjens (links) und Paul Schulz mit Rita Süssmuth

Süssmuth ist auch Ehrenvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung, deren Medienpreis im Rahmen der DÖAK-Eröffnung verliehen wurde. MÄNNER-Autor Paul Schulz und der stellvertretende Chefredakteur der MÄNNER Christian Lütjens wurden für ihr Buch „Positive Pictures – A Gay History“ ausgezeichnet.

 

Titelfoto: Jan Voth/Bertelsmann Stiftung


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