Unmittelbar vor seinem Staatsbesuch in Irland hat Bundespräsident Joachim Gauck die Diskussion über die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare als beispielhaft gewürdigt. Gegenüber der „Irish Times“ sagte er: „Daher wünsche ich mir auch für Deutschland noch stärker eine Debatte, in der bei den Menschen nicht das Gefühl überwiegt, dass ihnen mit der Gleichstellung anderer etwas genommen wird oder dies bedrohlich ist für die eigene Art zu leben.“

Gauck wird drei Tage in dem Land sein, das per Referendum Ende Mai den Weg für die Ehe-Gleichstellung freimachte. Weiter sagte er: „Aus persönlicher Erfahrung bin ich selbst für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst.“ Als erstes EU-Land hatte das katholisch geprägte Irland im Mai in einer Volksabstimmung für die völlige Gleichstellung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare gestimmt.

Schon beim Kirchentag Anfang Juni in Stuttgart hatte Gauck seine Sympathien für eine Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften erkennen lassen. Eine konkrete Empfehlung an die Politik hatte er nicht formuliert – unter Hinweis auf die notwendige politische Zurückhaltung des Bundespräsidenten.