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Mit ohne nix im Flaucher

Schwimmen, Sonnen, Flirten, Cruisen

Auch wenn es oft nur wenige Zentimeter Stoff sind: Manch einer badet lieber ganz ohne Badehose, aus den verschiedensten Gründen. Man fühlt sich freier, zeigt gerne alles, was man hat, und sieht auch gern alles, was die anderen zu bieten haben. In München etwa kennt jeder den Flaucher: Der Isar-Abschnitt im Stadtteil Sendling ist beliebt bei Großstädtern, die am Wochenende oder nach Feierabend dem Alltag für ein paar unbedarfte Momente entfliehen wollen – in einem unverwechselbar wildromantischen Ambiente. Außerdem ist Grillen hier erlaubt und sich „mit ohne nix“ zeigen auch. Das wird im ansonsten so hart reglementierten München, der Stadt der Fleischesser und Nackerten, auch ausgiebig genutzt.

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Gay Island in der Isar

Auch die Schwulen haben ihren eigenen Bereich okkupiert: Die kleine Insel unterhalb des Isarstegs nahe der Zoobrücke, im rosa Volksmund liebevoll „Gay Island“ genannt, wird ab der ersten Frühlingssonne täglich von Dutzenden Gays belagert. Die machen das kleine Eiland im doppelten Sinne zu einem der hottest spots in town. Denn es gibt nicht nur Sonne satt: Die Männer ziehen auch gerne blank, und fürs Auge ist immer etwas dabei

Hinterm Gestrüpp wartet das Paradies

Hat man den etwas mühsamen Weg auf die Insel geschafft, was sich je nach Wasserstand und Strömung unterschiedlich abenteuerlich gestaltet, bietet sich dem Besucher etwas, das der schwule Münchner gerne ein „kleines Paradies“ nennt. Auch wenn harter Kies und unwegsames Gestrüpp auf den ersten Blick wenig paradiesisch anmuten, offenbart sich der Reiz sehr schnell.

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Kaltes klare Wasser

Die private Atmosphäre ist spürbar sexy und lädt sofort zur Entspannung ein, das kalte, klare Isarwasser, das die Insel sanft rauschend umspielt, lockt zum erfrischenden Bad. Es ist sehr naturbelassen und sauber hier, fühlt sich wahrhaft ursprünglich, kernig und männlich an. Und wen es reizt, einen nackten Körper mal anzufassen, der kommt auch auf seine Kosten. Die Cruisingarea in der Mitte der Insel, einem etwas dichter bewachsenen Waldstück, finden sich immer Gleichgesinnte, sind die schmalen Trampelpfade zwischen Bäumen und Büschen gesäumt von Männern, deren Gemütslage deutlich sichtbar zwischen ihren Beinen nach oben zeigt.

Beim Ständer: keine Panik!

„Klar läuft da viel“, sagt Dimitri und rutscht bäuchlings auf seinem Handtuch etwas verdächtig zur Seite. „Aber das stört mich nicht, solange es nicht für jeden sichtbar ist.“ Denn auch Heten oder gar Kinder tummeln sich hier – ein Umstand, der in all der schwitzigen, testosterongeschwängerten Luft schnell mal vergessen wird. Dimitri kommt häufig her, immer nackt. „So fühle ich mich freier. Und wenn man zwischendurch mal einen Ständer bekommt, muss man nicht in Panik geraten.“
Daniel, der nebenan an einem isargekühlten Bier nippt, lacht. „Die Sonne, fast alle sind nackt – da liegt viel Sex in der Luft.“ Aber in der Luft bleibt er auch. „Ich hatte hier noch keinen Sex“, sagt Dimitri, und Daniel lenkt grinsend ein: „Ausreichend Kopfkino gibt es! Und man kann sich gut jemanden mit nach Hause nehmen.“

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Foto: Imago (aufgenommen in Zinnowitz)

„Grindr an – und es explodiert hier förmlich”

Mirko steigt gerade aus dem Wasser und legt sich zum Trocknen in die Abendsonne. „Natürlich kommen alle her, weil hier nur nackte Männer sind, was anderes braucht mir keiner erzählen.“ Er lacht und legt sich breitbeinig auf den Rücken. „Ich jogge oft nach der Arbeit hier runter, dann springe ich zum Abkühlen ins Wasser und werfe einen Blick in das Wäldchen.“ Cruising ist für ihn definitiv ein Thema am Flaucher. Ob er dann auch immer auf seine Kosten kommt? „Nein, ist ja auch eine Typfrage. Aber wenn da drinnen keiner ist, dann macht man halt Grindr an, das explodiert hier förmlich.“

Der vollständige Text ist erschienen in MÄNNER 7.2015.

Text & Fotos: Sebastian Lühn

Titelfoto: Shutterstock


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