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50 Milliarden Dollar gegen HIV

Aktuelle Studie und die neuen Pläne von Präsident Obama

Die US-Regierung unter Präsident Obama will in diesem und im nächsten Jahr 50 Milliarden Dollar für die HIV-Prävention ausgeben. Das gab der Präsident am Freitag bekannt. Zu den 24,1 Milliarden in diesem Jahr sollen 2016 noch einmal 25,6 Milliarden kommen. Das Geld wird nicht verschwendet. Von den 1,2 Millionen HIV-Positiven die in den USA leben, wissen 150.000 nicht von ihrer Infektion. Hier durch die radikale Ausweitung von Testangeboten Abhilfe zu schaffen, ist genauso Ziel von Obamas „Zehn Jahres Plan zu HIV und AIDS“, wie die breitmöglichste Erhältlichkeit der Pre-Expositions-Prophylaxe für Negative und die Ausweitung von Kombitherapien für Positive.

Mit Kombitherapien keine Ansteckung möglich

Dass der Präsident hier richtig liegt, hat eine aktuelle Studie belegt, deren Ergebnisse gestern veröffentlicht wurden. Darin untersuchte UNC-Chapel Hill 1700 Paare über einen Zeitraum von mehreren Jahren, um festzustellen, ob bei der Einnahme von Kombitherapien, wirklich HIV-Schutz besteht. Das tut er: Die Studie fand nicht einen einzigen Fall, in dem sich ein Negativer bei seinem positiven Partner oder seiner Partnerin angesteckt hatte, solange der Partner oder die Partnerin wegen der Einnahme der Kombitherapie eine Viruslast unter der Nachweisgrenze hatte, was bei regelmäßiger Einnahme immer der Fall ist. Womit erneut bewiesen wäre: Wer eine Kombitherapie nimmt, ist nicht infektiös. Eine wichtige Nachricht für die amerikanische Prävention: Nur 37 Prozent aller Positiven in den USA bekommen eine Kombitherapie.

„Unsere Arbeit ist noch lange nicht beendet“

Auch hier will Obama Abhilfe schaffen. „Jeder, egal wie alt, welchen Geschlechts und in welcher sozialen Situation sollte Zugang zu lebenserhaltenen Therapien haben.“ Die Gesundheitsreform des Präsidenten, kurz „Obamacare“, war der erste große Schritt in Obamas Plan zu HIV- und AIDS. Durch sie war es Hunderttausenden Positiven möglich geworden, auch mit „schon existierenden Erkrankungen“ eine Krankenkasse zu finden und so endlich die Medikamente zu bekommen, die sie brauchen. „Es gab viele Erfolge, aber unsere Arbeit zu HIV und Aids ist noch lange nicht beendet“, so der Präsident.

Bild: shutterstock/Digital Deliverence


8 Kommentare

  1. Lars-Uwe Luther

    Das Problem ist, dass in bestimmten Schichten einfach kein Bewusstsein und keine Adherence für Therapie da ist – da hilft dann auch PreP nix (das ist nur was für überwiegend weisse Oberschicht)

  2. Knud Schewe

    Nicht korrekter Einnahme und ohne engmaschige HIV Testungen. Und es schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Die kürzlich auf dem IAS Kongress präsentierten ersten Ergebnisse der HPTN 067 Studie zeigt deutliche Unterschiede in der Akzeptanz der PrEP in verschiedenen Risikopopulationen. Viele fühlten sich gerade von der bedarfsorientierten PrEP überfordert! Es sind viele Fragen offen und man muss die Menschen sehr gründlich beraten.


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