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„Das Schweigen brechen!”

Schwul in Ägypten: Infoveranstaltung in Köln

Schwulenbars werden von der Geheimpolizei kontrolliert, Dating-Portale werden überwacht, Razzien und Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Ende 2014 sorgte die Razzia eines Hamam in Kairo auch bei uns für Schlagzeilen. Die ägyptische Regierung unter Sisi scheint sich islamischer als die Islamisten geben zu wollen, fürchten Kritiker, denn immer wieder gehen Sicherheitskräfte gegen Andersliebende vor. Im April des vergangenen Jahres waren vier Transgender-Menschen verhaftet worden. In Ägypten hat sich daraufhin die Initiative “المثلية مش جريمة، ضد حبس المثليين”, gegründet, was soviel bedeutet wie: Homosexualität ist kein Verbrechen – gegen die Verhaftung von Homosexuellen. Ziel ist es zunächst, Fälle wie die oben beschriebenen öffentlich zu machen. Um das Schweigen zu brechen, baten die Aktivisten ihre Anhänger, Fotos und Statements einzusenden, die sie dann in Sozialen Netzwerken verbreiteten. Seit einem Jahr sucht die Initiative internationale Unterstützer und schuf dafür die Hashtags #SolidarityWithEgyptLGBT und #StandForEgyptLGBT. Ihrem Aufruf, vor ägyptischen Botschaften gegen die restriktive Politik der Regierung zu demonstrieren, folgten Organisationen in Toronto, Barcelona und London.
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Ibrahim Abdella (Foto: privat)

Man spricht jetzt über Tabus
Einer der ägyptischen Aktivisten, der die Initiative Solidarity with Egypt LGBT mitbegründet hat, heißt Ibrahim Abdella. Auf die Frage, inwiefern sich die Situation für Schwule, Lesben und Transgender unter dem aktuellen Präsidenten Sisi im Gegensatz zum Vorgänger Mubarak verändert hat, sagt er: Die Lage ist und bleibt schlecht. Es gebe aber den entscheidenden Unterschied, dass seit Januar 2011 LGBTI-Belange nicht mehr nur unbemerkt im Untergrund diskutiert werden, sondern jetzt auch öffentlich thematisiert werden. „Das ist einer der guten Aspekte der Revolution im Januar 2011: Man spricht über Tabus. Die Gegenreaktion in der Bevölkerung ist zwar immens, aber die Tatsache, dass  LGBTI-Themen nur im Untergrund verhandelt wurden, war auch nicht hilfreich. Ich persönlich glaube, dass das der erste Schritt ist. Seine Rechte ein fordern und dann: standhalten.”
Der ägyptische Aktivist gibt am Dienstag bei einer Veranstaltung des LSVD sowie der Vereine baraka und anyway Auskunft zu Fragen wie: Was hat sich seit der Revolution verändert? Wie leben Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in Ägypten?

Dienstag, 25. August 2015, von 19.00-21.00 Uhr

LSVD, Hülchrather Str. 4, 50672 Köln

Der Eintritt ist frei

Titelfoto: Denis Kuvaev / Shutterstock.com (Das Foto zeigt eine Demonstration von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mursi im April 2014 in Paris)

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