Ruth-Bader-Ginsburg

Die coolste Frau der Welt

Ruth Bader Ginsburg vermählt schwulen US-Botschafter in Vietnam

Ruth Bader Ginsburg hat unter amerikanischen LGBTI-Aktivisten einen Spitznamen: „The Notorious RBG“. Das Rapper-Kürzel hat die 81-Jährige, weil sie als Richterin am Obersten Verfassungsgericht der USA die vielleicht engagierteste Vertreterin der liberalen Ideen der Gründungsväter der USA ist und sich für all das einsetzt, was modernen Demokraten wichtig ist: Frauenrechte, Abtreibung, Schutz und Rechte von und für Minderheiten, ein vernüftiges Einwanderungsgesetz, einen neuen Umgang mit Waffenbesitz in den USA und natürlich die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Weil sie vor dem Urteil vor zwei Monaten angekündigt hatte, sie würde, weil sie ja Richterin ist und das kann, nach einem Erfolg der Befürworter der Eheöffnung sofort ein paar gleichgeschlechtliche Paare trauen, forderten manche Kritiker ihre sofortige Entlassung, andere erklärten sie für schwachsinnig.

Das glückliche Paar mit Ruth Bader Ginsburg während der Trauung. Foto: Ted Osius, via Facebook

Das glückliche Paar mit Ruth Bader Ginsburg während der Trauung. Foto: Ted Osius, via Facebook

Bader Ginsburg lässt sich von all dem nicht einschüchtern und macht im Rahmen ihres Diensteides einfach, was sie will. So auch jetzt bei einer Reise nach Vietnam, die das US-Außenministerium bezahlt hat. Nachdem sie Premierminister Nguyen Tan Dung und Truong Hoa Binh, den Vorsitzenden Richter des Obersten Volksgerichts der Republik Vietnam, getroffen hatte, hatte sie noch eine Ehe zwischen zwei Männern zu schließen. Das geht in Vietnam nur in der US-Botschaft. Dort vermählte die Verfassungsrichterin den US-Botschafter Ted Osius und seinen Ehemann Clayton Bond. Die beiden hatten zwar schon 2006 in Kanada geheiratet, aber mussten nach der Eheöffnung in den USA vom 26. Juni ihre Eheschließung auch dort offiziell machen. Und warum dann nicht gleich die Frau nehmen, der von vielen die größte Verantwortung für das positive fünf zu vier Urteil ihrer Kollegen zugesprochen wird? Wenn sie schon mal da ist und das gern tut. „Wir dachten, das könnte nicht nur für uns, sondern auch für die vietnamesische Community von Bedeutung sein“, sagte Osius der amerikanischen Presse. Da hat er sicher Recht.

Bild: Wikicommons


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