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Irische Ehe für alle rückt näher

Im September befasst sich das Parlament mit dem Gesetzentwurf

Bald kann es losgehen. Irlands Präsident Michael Higgins hat am Wochenende den Zusatz zur Verfassung unterschrieben – dort heißt es nun: „Eine Ehe kann nach dem Gesetz zwischen zwei Menschen geschlossen werden, unabhängig vom Geschlecht.“ Zuvor mussten noch Versuche von Gegnern der Ehe-Öffnung abgewendet werden, die letztlich aber erfolglos waren.

„Ein historischer Moment für Irland, nicht nur für LGBTI-Menschen.

„Das ist ein historischer Moment für Irland, nicht nur für LGBTI-Menschen. Nach den freudigen Szenen nach dem Referendum im Mai ist es wundervoll, dass Präsident Higgins den Verfassungszusatz unterschrieben hat und das Resultat offiziell gültig macht”, kommentierte Kiera Rose vom Gay and Lesbian Equality Network. Nun muss noch das Parlament, der Oireachtas, das Gesetz verabschieden, um Hochzeiten für schwule und lesbische Paare zu ermöglichen. Dies soll im September geschehen, sodass die erste gleichgeschlechtliche Ehe noch vor Jahresende geschlossen werden kann. Irland ist das weltweit erste Land, dass die Ehe per Referendum öffnet: 62% der Iren stimmten im Mai.

Nicht nur aus diesem Grund hat das katholische Irland demnächst eine der modernsten LGBTI-Gesetzgebungen: Erwachsene Personen sollen über ihr Geschlecht auf allen offiziellen Dokumenten und Formularen selbst entscheiden können, ohne dazu Bescheinigungen von Ärzten oder Psychiatern vorlegen zu müssen. Das heißt auch: Niemand muss sich mehr operieren lassen, um offiziell als Frau oder Mann anerkannt zu werden, auch wenn sein Körper nicht den konventionellen Vorstellungen von Geschlecht entspricht. Sobald das Gesetz im September die Unterschrift des Präsidenten bekommt, ist Irland eins von nur vier Ländern weltweit, in denen das Geschlecht frei wählbar ist.

Und der Reformeifer geht noch weiter: Politiker wie die Sozialistische Dubliner Abgeordnete Ruth Coppinger wollen dafür sorgen, dass auch das strikte Abtreibungsverbot auf der Insel aus der Verfassung gestrichen wird. Laut Amnesty International sind nur 7 % der Iren für ein totales Abtreibungsverbot.

Titelbild: Shutterstock


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