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Sieg für Kelle

Lesung vor Düsseldorfer CDU-Frauen genehmigt

Da können sich die CDU-Frauen in Düsseldorf auf einen schönen Leseabend freuen. Eine richtige Bestsellerautorin soll kommen, die man noch dazu aus dem Fernsehen kennt. Ihr Name: Birgit Kelle. Ihre Mission: Kinder und Jugendliche behütet großziehen, ohne ihnen so unappetitliche Themen wie sexuelle Vielfalt oder Regenbogenfamilien zuzumuten. Ein Anliegen, das vielen Zuhörerinnen vermutlich aus dem Herzen spricht. Wir wissen: Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder liegt bei 59.

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Kelle („GenderGaga“, „Dann mach doch die Bluse zu“) wird am Freitag bei einer Veranstaltung der Frauen Union der CDU Düsseldorf in einem Gymnasium auftreten. Das drohte noch kurzfristig zu scheitern. Wegen der Kritik von LGBTI-Verbänden schaltete sich das Düsseldorfer Schulverwaltungsamt ein und bat die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel um eine Stellungnahme.

Kelles Bücher als „homophobe Hetzschriften“

In einem Brief des Schulamtes hieß es, dass die Vermietung der Aula noch einmal überprüft werden müsse. Es seien „massive Beschwerden“ beim Amt eingegangen und man befürchte, dass der „Schulfrieden gefährdet“ sei, weil die Kritiker die Autorin für eine „Rechtspopulistin“ und ihre Bücher für „homophobe Hetzschriften“ hielten.

Pantel (die katholische CDU-Politikerin ist u.a. Mitglied im Familienbund der Katholiken) war empört: „Wir leben in einem freien Land! Frau Kelle ist eine anerkannte Autorin, die in vielen TV-Sendungen auftritt“, wurde Pantel zitiert. „Weil einige eine andere Meinung als sie haben, darf ein städtisches Amt doch nicht die ganze Veranstaltung in Frage stellen!“

Am Mittwoch schließlich wurde die Veranstaltung doch noch genehmigt.

Ein Überblick zur Polemik à la Birgit Kelle

Titelfoto: Theologie vom Fass


14 Kommentare

  1. Martin Steinfeldt

    Mmh sexuelle Vielfalt. Klingt irgendwie ekelhaft. Ist doch gut, wenn man Kinder vor dieser kranken Ideologie schützen will.

  2. Oliver M. Fehn

    Liebe Schwule und Berufsschwule,
    Ihr versucht, die Lesung einer deutschen Autorin zu stoppen, weil deren Ansichten zum Thema Homosexualität nicht Punkt für Punkt euren fixen Ideen entsprechen. Was ist das eigentlich für eine Auffassung von Demokratie? Tickt ihr noch ganz richtig? Eins der größten Verdienste unserer Gesellschaft ist die Meinungsvielfalt, ohne sie würden wir zu einer sozialistischen Ödnis verkommen wie einst die alte DDR – und ich könnte, wie ihr wisst, noch schlimmere Beispiele aus der Geschichte nennen.
    Ich bin Autor und habe unter anderem selbst zwei Romane geschrieben, in denen das Thema Homosexualität eine wichtige Rolle spielt. Ich hatte – hauptsächlich als Jugendlicher – auch eine Menge eigener schwuler Erfahrungen, auf die ich nicht verzichten möchte. Explizit schwul fühle ich mich deshalb nicht – die letzten Jahre meines Lebens sind in erster Linie geprägt von Beziehungen mit Frauen, auf die ich ebenso wenig verzichten möchte.
    Doch um beim Thema zu bleiben: Damals, in jenen Jahren, waren wüste Beschimpfungen und Verfolgungen Schwuler an der Tagesordnung. Es war ein Segen, als – leider viel zu spät – ein Ruck von Toleranz durch die Menschen ging und das Thema mit viel mehr Lockerheit betrachtet wurde. Heute sind homosexuelle Beziehungen kein großes Thema mehr. Was aber euch betrifft – ihr könnt mit eurer neugewonnenen Freiheit einfach nicht umgehen.
    An den von euch abgedruckten Zitate aus der Feder von Frau Kelle kann ich nichts Schlimmes finden – es sind die Meinungen einer Frau, die eben nicht lesbisch ist, es auch nicht werden will und verständlicherweise ihre Probleme hat, sich in diese Rolle hineinzudenken. Und einer solchen Frau wollt ihr den Krieg erklären, mit den Mitteln des Totalitarismus und des Meinungsverbots? Was ist los mit euch? Habt ihr irgendwie den Verstand verloren? Oder habt ihr etwa das Gefühl, eure seltsamen Auftritte bei rosa Karnevalsversanstaltungen, euer infantiles Herumgehopse in rosa Tüll, eure einstudierte Art des „tuntigen Sprechens“ wäre jedermanns Sache? Dann seid ihr schief gewickelt. Für viele von euch braucht man Nerven. Die hat nicht jeder.
    Bevor ihr also zum großen Kesseltreiben aufruft, denkt lieber einmal darüber nach, welchem Kesseltreiben ihr selbst über Jahrzehnte hinweg ausgeliefert wart. Lernt Toleranz und haltet euch nicht für den Nabel der Welt – der seid ihr nicht, der menschliche Nabel hat mit einer Angelegenheit zu tun, der ihr nicht gewachsen seid. Brüstet euch nicht mit eurer Homosexualität – sie ist weder ein Verdienst noch eine besondere Leistung. Sie ist einfach eine Spielart menschlicher Erotik, gedacht zur Freude, weder gut noch schlecht, und das soll sie auch bleiben.

    Viele Grüße
    Oliver M. Fehn

  3. Juergen Strehlau

    Benachrichtigung an den Verfasser: Ihr Kommentar war beleidigend und diffamierend und wurde durch die Redaktion der Männer gelöscht.

  4. Beelzebub

    Allerwertester A. Drecksler,
    allerwertester B. Köhm,

    wenn ihr es nicht ertragen könnt, dass die Meinungsfreiheit auch für Menschen gilt, die nicht eurer Ansicht sind und es darüber hinaus befürwortet, dass „Rechtsidioten“, die es wagen, ihre Meinung offen zu äußern mit Gewalt zum Schweigen gebracht werden müssen, dann meldet euch bitte bei mir. Ich mache euch folgendes ernst gemeinte Angebot: ich bezahle jedem von euch ein one-way-ticket nach Pjöngjang, voruasgesetzt, ihr verpflichtet euch, des Rest eures Lebens in Nordkorea zu verbringen.

    In einem Land, wo nur die eine einzige als richtig erkannte Meinung geäußert werden darf, und wo insbesondere „Rechtsidioten“ noch viel gründlicher aus der Puste gebracht werden, als nur mit harmlosen Faustschlägen in die F…. müssten sich Leute eures Gelichters doch pudelwohl fühlen.

    Also auf mit euch, schickt ’ne mail an mischoltz@gmx.de, fügt einen Nachweis bei, dass ihr ein Visum beantragt habt – und eurer glücklichen Zukunft in einem wunderbaren Land ganz ohne lästige Meinungsfreiheit für Rechtsidioten steht nichts mehr im Wege.

  5. Oliver Fischer

    Ich mag Birgit Kelles Meinungen auch nicht. Aber noch viel, viel weniger mag ich Gewaltaufrufe wie den von Achim Drechsler hier. Wer so schreibt, dem fehlt die Grundachtung vor anderen Menschen, die für jede Debatte notwendig ist. Schlimm, dass die Männer-Redakiton solch einen Kommentar stehen lässt.

    Antwort der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir haben die entsprechenden Kommentare gelöscht. Die Redaktion der Männer

  6. Heinz Abelmann

    Der Kommentar von Armin Drechsler vom 18. August 2015 um 13:21 (der Erste) wird seit vorgestern Nachmittag auf dieser Website stehen gelassen.

    Finden sich ähnlich aggressive Kommentare gegen Zuwanderer auf rechtsradikalen Blogs wie etwa „Politically Incorrect“ gilt das normalerweise als Beleg für Extremismus nicht nur bei den Lesern, sondern auch in der Redaktion.

    Auf einer Seite der Homosexuellen-Szene scheinen solche Aufrufe aber unbedenklich zu sein; vermutlich gilt Kritik daran auch bereits als „homophob“.

    Antwort der Redaktion: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir haben die entsprechenden Kommentare gelöscht. Die Redaktion der Männer

  7. Steffen Lotz Kruppert

    Das die Lesung genehmigt worden ist, ist gut so denn auch hier gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wo sie hier eine menschenfeindliche Ideologie vorstellt bzw. äußert kann ich nicht erkennen.
    Die Schule ist nur der Ort/Raum wo es stattfindet, nicht das Publikum, aber es wird so dargestellt, als wenn an einer Bildungseinrichtung dieses als Bildung den Kindern vermittelt würde. Wohin gegen in den Schulen der neue Bildungsplan den Schülern vermittelt werden soll, obwohl viele Menschen in unserem Land dies so wie öffentlich diskutiert und dargestellt nicht wollen. Doch nicht so offen oder nur auf den eigenen Bereich beschränkt?

  8. carlos

    Ein Sieg für die Meinungsfreiheit

    Nur weil Birgit Kelle sich dafür einsetzt, daß Familien, die sich bewußt dafür entscheiden, ihre Kinder genauso großzuziehen wie ihre Vorfahren, ist sie noch lange nicht rechtsextrem.

    Faschistoid wird vielmehr die Gender-mainstream-Ideologie, die Andersdenkende immer mehr diffamiert. Denn zu einer Regenbogengesellschaft gehört das Nebeneinander verschiedener Familienformen, ohne daß ein Modell besser oder schlechter gestellt wird.

    Um mich nicht falsch zu verstehen: Ich bin dafür, daß Homosexuelle Familien gründen können. Ich bin dafür, daß sich ein Familienpartner dafür entscheidet, seine Kinder in die Kita zu geben oder die Erziehung selber zuhause gestaltet. Ich bin für Mehrgenerationenfamilien und auch für 24-Stunden-Kitas, wenn die Eltern bspw. im Krankenhaus oder bei der Polizei arbeiten und Schichtdienst üben müssen.

    Freilich provoziert Frau Kelle auch, denn Polarisieren gehört leider zum Kommunikationsgeschäft. Im Gegensatz zu vielen Kampfemanzen, welche Frauen, die sich bewußt dafür entscheiden, ihren Beruf (auch nur temporär) aufzugeben, um für die Kinder da zu sein, als Dummchen am Herd bezeichnen, hat sie sich, wie viele andere Frauen auch, bewußt dazu entschieden. Das ist wahre Emanzipation und verdient Respekt.


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