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Offensiv vorangehen!

CDU-Politiker fordert Ehe-Öffnung

„Es gibt aus meiner Sicht kein vernünftiges Argument mehr dagegen, warum homosexuelle Paare nicht die gleichen Rechte haben sollten wie heterosexuelle .“ Solche Töne sind selten aus der CDU zu hören – oder sie kommen von Mitgliedern, die keine Ämter mehr haben wie Heiner Geißler oder Rita Süssmuth (ein Interview mit der früheren Bundesfamilienministerin steht in der neuen MÄNNER-Ausgabe 9.2015).

Forderung nicht mehrheitsfähig

Der CDU-Politiker, der so offensiv für die Ehe-Öffnung wirbt – übrigens schon seit dem irischen Referendum – heißt Daniel Günther. Er ist katholisch, verheiratet und: Er ist Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein. Im Sommerinterview mit NDR 1 Welle Nord räumte er gestern aber auch ein, dass seine Forderung innerhalb der Partei nicht mehrheitsfähig ist. Denn auch der CDU-Landeschef Ingbert Liebing möchte schwulen und lesbischen Paare keine weiteren Rechte geben.

Daniel Günther: Nicht hinter Gerichtsurteilen verstecken

Trotzdem ist Günther überzeugt, dass sich die Forderung nach der Ehe für alle auch irgendwann in der Union durchsetzen wird. „Wir sind die größte Partei, die es in Deutschland gibt – und wir dürfen gerade bei solchen Themen uns nicht hinter Gerichtsurteilen verstecken.“ Damit spielte er auf das Bundesverfassungsgericht an, das mit seinen Urteilen die Regierung immer wieder zum Handeln zwang wie etwa bei Sukzessivadoption.

„Es gibt Menschen, die sind homosexuell – und die werden aus Liebe zur CDU nicht CDU wählen und dafür heterosexuell werden.“

„Wir müssen offensiv vorangehen“, appellierte Günther an seine Parteikollegen. Ohnehin gebe es zwischen Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft nur noch geringe Unterschiede, etwa beim Adoptionsrecht. Der Kurswechsel sei auch mit Blick auf neue Wähler notwendig, meinte der Fraktionsvorsitzende. „Es gibt Menschen, die sind homosexuell – und die werden aus Liebe zur CDU nicht CDU wählen und dafür heterosexuell werden.“ Günther warnte: „Wenn wir denen keine vernünftigen Antworten geben können, dann verlieren wir die dauerhaft als Wähler. Und das will ich schlicht und ergreifend nicht akzeptieren.“

Titelfoto: CDU


4 Kommentare

  1. Bernd Meintschel

    Ja, das sagt vielleicht einer aus der CDU, aber so lange Frau „ich habe ein schlechtes Bauchgefühl dabei“ Merkel alles diktiert, wird sich nichts ändern.

    Die SPD und die FDP sind aber auch nicht besser, vor den Wahlen alles versprechen, dann gehen sie ne Koalition mit der Mutti (sorry, Frau Merkel ) ein uns knicken bei ein wenig Widerstand ein. Super!!!!!!

  2. Michael Daiber

    so`n bullshit kommt bei raus, wenn man ohne sachkenntnis drauf los sabbelt. als ob man sich seine sexualität aussuchen und ändern könnte. aber das is mal wieder typisch für nen homophoben haufen wie die scheinheiligen regierungsmitglieder

  3. Mark Eiss

    Und sie werden es hoffentlich auch dann nicht tun, wenn das altbackene CDU Volk draufkommen sollte, dass man mit einem ‚pro Eheöffnung‘ Wählerstimmen generieren könnte und ihre Haltung ändern sollte! #merkelabwählen

  4. Matthias Vogler

    Parteien, insbesondere in Demokratien, geht es nicht um Meinung, sondern um Machterhalt. Da haben gesellschaftliche Entwicklungen hinten an zustehen. Es glaubt doch nicht ernsthaft das Demokratie noch so funktioniert wie es im Lehrbuch steht. es wird auf Umfragen und den nächsten Wahltermin geschielt. Alles andere ist nur Mittel zu Zweck. Da ändern auch „Gerichtsurteile“ nichts.


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