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Rentboy: Illegale Prostitution?

Gründer des Escort-Portals verhaftet

Den 25. August 2015 wird die (US-amerikanische) LGBTI-Community so schnell wohl nicht vergessen: Denn an diesem Tag wurde der Gründer und Geschäftsführer des schwulen Escort-Portals Rentboy.com, Jeffrey Hurant, verhaftet. Grund: Die Homeland Security hat gegen ihn und weitere Mitarbeiter der Seite ein Verfahren wegen illegaler Prostitution eingeleitet. Ihm drohen jetzt bis zu fünf Jahren Haft. Innerhalb der Community spricht man von einem „Paukenschlag“.

Das größte Callboy-Portal der Welt

Denn Rentboy.com gehört zu den bekanntesten Gay-Portalen Amerikas. 1997 wurde es von Jeff Davids und Melanie Nolan als erstes schwules Callboy-Portal der Welt gegründet. Escorts und Masseure können auf der Seite gegen Gebühr ein Profil anlegen, in dem sie ihre Dienstleistungen und Preise annoncieren. Mittlerweile ist es das größte Portal seiner Art, die Datenbank umfasst über 105.000 Sexarbeiter in 2.100 Städten weltweit (in Deutschland allerdings sind derzeit nur 17 Sexarbeiter registriert). Für Kunden ist das Service der Seite gratis – und dass dieses Service bei weitem gerne angenommen wird und Callboys in der Community sehr beliebt sind, beweist die Besucherzahl von Rentboy.com: Die soll nämlich bei einer halben Million am Tag liegen.

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Rentboy.com und seinem aktuellen Chef Jeffrey Hurant liegt, so scheint es zumindest, das Wohl der Community am Herzen – abseits vom sexuellen Wohlbefinden: In den vergangenen Jahren setzte sich die Seite regelmäßig für die Rechte und Gleichberechtigung von Schwule, Lesben und Transgender ein, auch verschiedene Projekte der Community wurden finanziell von Hurant unterstützt. Unter anderem wurde auch der berühmte Hustlaball von Rentboy veranstaltet. Weshalb das Portal alles in allem keinen schlechten Ruf unter Schwulen besitzt.

„Internet-Puff“

Dieser gute Ruf dürfte jetzt allerdings der Vergangenheit angehören. Denn gestern, Dienstag, stürmte Homeland Security die New Yorker Büroräume des Portals und nahmen Hurant sowie sechs weitere Mitarbeiter fest. Auch Geschäftsunterlagen wurden beschlagnahmt. Die Anklage: „Werbung für illegale Prostitution.“ Staatsanwalt Kelly Currie nannte das Portal ein „Internet-Puff“.

Ein Paukenschlag außerdem: Die Ermittler ließen insgesamt sechs Bankkonten des Portals mit einem Vermögen von insgesamt 1,4 Millionen US-Dollar einfrieren. Laut dem Staatsanwalt erwirtschaftete das Escort-Unternehmen zwischen 2010 und 2015 sagenhafte 10 Millionen US-Dollar.

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Freiheits- und Geldstrafe

Ermittler Glenn Sorge von Homeland Security: „Die Erleichterung und Förderung der Straftat Prostitution über die Grenzen von Bundesländern und Staaten hinweg ist ein Bundesverbrechen. Es macht es noch ungeheuerlicher, wenn dafür unverhohlen durch ein globales kriminelles Unternehmen geworben wird.“

Hurant und seinen angeklagten Mitarbeitern drohen nun bis zu fünf Jahren Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar. Denn zusätzlich zum Prostitutions-Vorwurf müssen sie sich auch wegen Geldwäsche verantworten.

Mittlerweile ist die Seite offline. Ein Video eines der Rentboy-Callboys gibt es hier (absolut work-safe!).

Titelbild: Shutterstock


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