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Noch ein Rugby-Profi outet sich

Sam Stanley folgt dem Beispiel von Keegan Hirst

Während in Deutschland auf das spektakuläre Coming-out von Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger zwar viel Lob folgte, aber keine weiteren Coming-outs, läuft die Sache in England bei den Rugby-Stars gerade ganz anders. Erst vor kurzem hatte Keegan Hirst mit einem Sonntagsinterview zu seiner Homosexualität Wirbel ausgelöst und viel öffentliche Unterstützung von Kollegen, Fans und Medien erfahren. Jetzt meldete sich wieder an einem Sonntag ein Rugby-Spieler und outete sich: Sam Stanley, Star von England Sevens.

Zur „Sunday Times“ sagte Stanley gestern: „Es wird ein Thema bleiben, bis mehr Menschen und Sportler sich outen und es dann einfach irgendwann ein Non-Thema wird. Das kann ein paar Jahre dauern, aber hoffentlich finden viele Menschen den Mut dazu.“

Ein bedenkliches Zeichen für den bisherigen Zustand der Sportwelt in Bezug auf LGBTI ist, dass der 23-jährige Stanley mehrmals an Selbstmord dachte: „Vor vier oder fünf Jahren stand ich auf einer Brücke über der Autobahn. Zurückblickend muss ich gestehen, dass die Vorstellung tatsächlich runterzuspringen lächerlich war, aber ich dachte damals, dass so wenigstens der Schmerz mit einem Schlag weg wäre.“ Weiter heißt es im Interview: „Du machst dir so viele Sorgen darüber, was Menschen denken könnten. Ich fürchtete, ich könnte mit meiner Veranlagung nie ein Macho-Rugby-Spieler sein, obwohl das das Einzige ist, was ich in meinem Leben sein wollte.“ Stanleys Bruder Mike ist bei Samoas Worldcup-Team, sein Onkel Joe war Mitglied von Neuseelands Nationalmannschaft, die 1987 den Titel holte.

Zum Coming-out hatte Stanley der Ex-Spieler Ben Cohen geraten (Foto oben), dessen Stand Up Foundation sich gezielt gegen Bullying einsetzt.

„Ben ist ein toller Kerl, mit dem man gut reden kann. Er gab mir viele großartige Ratschläge”, sagt Stanley. Der ausschlaggebende Moment, dem Rat jetzt auch zu folgen, war allerdings das positive Beispiel von Keegan Hirst. Der schrieb Stanley auch gleich auf Twitter: „Well done, hope all’s well! I’m sure you’ll have all the support you need from your team mates and everybody else.”

Sam Stanley (l.) mit Laurence Hicks am Strand. (Foto: Instagram/@Samstannerz)

Sam Stanley (l.) mit Laurence Hicks am Strand. (Foto: Instagram/@Samstannerz)

Auf seinem Instagram Account hat Stanley unter @Samstannerz vor fünf Wochen übrigens ein Strandbild von sich und Laurence Hicks gepostet, unter das jemand schrieb: „From one younger/older couple to another, y’all are cute!“

Mit Hicks war Stanley auch vor einem Monat in der O2-Arena bei einem Bette-Midler-Konzert und schrieb auf Instagram: „VIP at the O2 tonight to see Bette Midler thanks to my man.” Da wird einem tatsächlich auch als Nicht-Rugby-Fan – aber glühender Bette-Midler-Verehrer – warm ums Herz, wenn man die beiden Männer sieht.

In der O2-Arena beim Bette-Midler-Konzert: Sam Stanley (l.) und Laurence Hicks. (Foto: Instagram/@Samstannerz)

In der O2-Arena beim Bette-Midler-Konzert: Sam Stanley (l.) und Laurence Hicks. (Foto: Instagram/@Samstannerz)

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Titelbild: Sam Stanley (l.) und Ben Cohen, Instagram/@Samstannerz


5 Kommentare

  1. Alexander Lauer

    Es zeigt sich wieder, das Rugby der eigentliche Gentleman’s Sport ist! Oder wie man im Englischen sagt: Football is a gentleman’s game played by ruffians and rugby is a ruffian’s game played by gentlemen („Fußball ist eine von Raufbolden gespielte Gentleman-Sportart und Rugby ist eine von Gentlemen gespielte Raufbold-Sportart“”)”


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