shutterstock_139577816

Split: Schwule dürfen hier nicht baden!

Am Strand von Split taucht homophobes Schild auf

Viele Schwimmer in Split waren (un)angenehm überrascht, als sie am Strand Duilovo ein Schild bemerkten – Baden für homosexuelle Paare verboten. Die Redaktion der Slobodna Dalmacija, eine beliebte kroatische Zeitung, kontaktierte mehrere Leute, die sich meist entsetzt zeigten. Sie fragten sich, wie es möglich ist, dass im 21. Jahrhundert an öffentlichen Orten solche Warnungen erscheinen: Welche Botschaft senden wir in die Welt? Gerade wir, die wir vom Tourismus leben? Das hat sich ein Leser gefragt, der Leute fand, die mit diesem beschämenden Schild einverstanden waren. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer dieses Schild aufgestellt hat, aber dieser Vorfall erinnert an das Jahr 2008: Damals war eine Gruppe sehr fleißig, die fast identische Botschaft in jeder Nacht am selben Strand in einer Leuchtstoffversion zu verbreiten. Vermutlich war diese Gruppe jetzt wieder aktiv. Der ganze Vorfall wird nun von der Polizei untersucht, die intensiv nach den Tätern sucht.
ImageHandler

Foto: m.slobodnadalmacija.hr

Bringt die Homos um!
In Südosteuropa ist Homophobie oft noch Alltag. Kroatien rangiert im aktuellen Gay Travel Index, den der Spartacus International Gay Guide jährlich ermittelt, auf Platz 49 – hinter Bulgarien und nur knapp vor Bosnien und Herzegovina, der Slowakei und Montenegro. Als 2011 die erste CSD-Parade durch die kroatische Stadt an der Adria zog, musste sie wegen extremer Proteste abgebrochen werden: 10.000 Homohasser griffen die gerade mal 300 LGBTI-Demonstranten an – mit Steinen, Feuerwerkskörpern, Eiern und Flaschen. «Bringt die Homos um!», riefen sie. 2013 verlief der CSD dann ohne Störung – auch Außenministerin Vesna Pusic und ein Bürgermeister hatten sich der Parade angeschlossen.

Kroatien führte 2014 die Lebenspartnerschaft ein
Erfreulich die Tatsache, dass sich Schwule und Lesben seit nunmehr einem Jahr in Kroatien verpartnern können (noch Ende 2013 hatten die Kroaten – jedenfalls jeder dritte Wahlberechtigte – noch klar mit einer Zweidrittelmehrheit gegen die Öffnung der Ehe gestimmt). Damit war Kroatien in der Region das zweite Land nach Slowenien, das die Lebenspartnerschaft einführte.
 

Titelbild: Shutterstock


6 Kommentare

  1. Sabine Baer

    Nein, nicht boykottieren. Hingehen. Dort Urlaub machen. Die aufgeschlossenen Kroaten unterstützen (auch die gibt es!).

  2. aLuckyGuy

    Letztendlich ist die Homophobie Osteuropas doch nur die Folge jahrzehntelanger bewusster Verdummung. Ich finde, man sollte diesen Leuten zeigen, wie dumm und mittelalterlich ihre Denkweise in Wahrheit ist.

  3. Paul Riedel

    Damit wir Homophobie abbauen, müssen wir auch Rücksicht nehmen, auf die religiöse Hintergründe. Wir sollten nicht nur im Urlaub fahren, aber berücksichtigen, dass wir auch Botschafter der neue Ordnung in der Gesellschaft sind. Ich denke, solche Schildern entstehen, eher aus verletzte Macho-Gefühlen, (die zu labil sind) und wenn wir diese Schildern mit unsere gute Auftritt entgegnen, wird dieses Problem auch irgendwann Mal enden.


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close