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So geht Solidarität

LGBTI-Gemeinden leisten Flüchtlingshilfe

Deutschland muss sich auf deutlich mehr Flüchtlinge einrichten als bisher angenommen – das kündigte  Bundesinnenminister de Maizière (CDU) gestern beim Besuch einer brandenburgischen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt an. Unter denen, die zu uns kommen, sind auch viele Schwule oder Lesben, die in ihrer Heimat verfolgt wurden. Die beiden russischen LGBTI-Aktivisten Dimitri Tschunosow und Iwan Jarzjew sind schon seit eineinhalb Jahren in Deutschland und wurden Anfang August endlich als Flüchtlinge in Deutschland anerkannt. Die Männer hatten in ihrer Heimat häufig für LGBTI-Rechte demonstriert, und Dimitri drohte deswegen eine Haftstrafe. Die beiden sind nun in Sicherheit.

Beispielhafte Hilfe in Bottrop und Dresden

In einer liberalen methodistischen Gemeinde in Bottrop kümmert sich ein schwules Paar um neu eintreffende Flüchtlinge. Der CSD Dresden e.V. hat vier junge schwule Männer aus  Syrien und dem Irak in seine Obhut genommen – inkl. Verpflegung und Unterkunft. Heute nun beginnen die Feierlichkeiten zum Magdeburger Christopher Street Day, der seine Abschluss am 22. August in Parade und Straßenfest findet. Auch hier widmet man sich Flüchtlingen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung im Heimatland verfolgt wurden.

Homophobie in Flüchtlingsunterkünften

Jewgenij Scuwayew ist vor einem Jahr aus Westsibirien geflohen, weil er Problem mit der Polizei hatte – und mit homophoben Mitbürgern, die ihn erpressten und verprügelten. Nach einem Bericht des MDR kam Jewgenij in Magdeburg in eine Gemeinschaftsunterkunft, wo alles von vorn begann: „Ich habe mit Leuten aus Tschetschenien und anderen homophoben Menschen aus Russland zusammengewohnt.“ Hilfe fand der 26-Jährige beim Verein CSD Magdeburg: Vorstandsmitglied Mathias Fangohr bot ihm an, bei ihm und seinem Mann einzuziehen. Fangohr hatte das Thema für die nun beginnende Aktionswoche gefunden. „Wenn man hierherkommt, wird man sich in der Regel nicht gleich outen und sagen: Hallo, ich bin schwul, und komme deswegen nach Deutschland“, so Fangohr zum MDR. „Denn das ist der Grund, warum sie in anderen Ländern verfolgt wurden.“

 

Kennt Ihr Beispiele für unmittelbare Flüchtlingshilfe aus Eurer Umgebung? Wie engagiert Ihr Euch? Schreibt uns Eure Geschichten an:

maenner-leserservice[ät]brunogmuender.com


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