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Untreue: Scheidungsgrund

Das gilt auch für LGBTI. Sagt der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Maryland

Brian Frosh ist ein freundlicher Mann. Er ist auf Ausgleich und Gerechtigkeit bedacht. Und will, dass es fair zugeht in der Welt. Und – er kann da was machen. Denn, er ist Generalstaatsanwalt des US-Bundestaates Maryland. In dem LGBTI, wie in den gesamten USA, seit dem 26. Juni heiraten dürfen. Deswegen hat Frosh in einer schriftlichen Stellungnahme gestern noch einmal öffentlich bestätigt: Nicht nur die Ehegesetzgebung, auch das Scheidungsrecht gilt für alle die jetzt heiraten, ganz unabhängig von Geschlecht der Partner. Und zwar auch in Punkto Sex.

Sex mit Dritten genauso schädlich

„Sexuelle Aktivitäten mit einem Dritten des gleichen Geschlechts, können das Sexualleben innerhalb einer Ehe genauso beschädigen, wie mit jemandem des anderen Geschlechts“, so Frosh. Recht hat er, das können sie manchmal. Was das rein juristisch bedeutet: LGBTI-Paare können Sex mit anderen, der gerade in schwulen, langjährigen Beziehungen die geöffnet sind, sehr viel häufiger vorkommt, als bei Heteropaaren, im Fall der Scheidung genauso als Druckmittel und Waffe einsetzen wie Heteropaare. Und zwar auch in Fragen von Unterhaltszahlungen oder der Aufteilung des Sorgerechts von gemeinsamen Kindern. Heißt: Die erste, öffentliche, amerikanische, schwule Promischeidung, die eine komplette Schlammschlacht wird, ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Von all dem nicht öffentlichen Elend, das hier vorprogrammiert wird, mal ganz abgesehen. Aber, wer eine Institution wie die Ehe möchte, kauft Scheidungen mit, wenn vielleicht auch ungewollt.

Scheidungsrate bei Schwulen und Lesben niedriger
Im Moment liegt die Scheidungsrate bei deutschen, eingetragenen Lebenspartnerschaften deutlich unter der von Ehen. Was Soziologen damit begründen, dass viele der Paare die sich verpartnert haben, ihre Beziehung vorher schon lange geprüft hatten und generell später im Leben „geheiratet“ haben als das durchschnittliche Heteropaar, was reifere Partner bedeutet, die genauer wissen, was sie da tun. Die Rate der Trennungen bei Homopaaren in denen die Partner unter 30 sind, ist mit der unter Heteros vergleichbar. Die Auflösung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kostet im Schnitt 5000 Euro. Und wenn die Ehe in Deutschland geöffnet wird, ist es im Moment rechtlich nicht möglich, von einer Institution in die andere zu wechseln. Heißt: Wer heiraten will, aber jetzt schon in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, muss sich vorher scheiden lassen.
Es ist also nicht so einfach mit dem Bund fürs Leben, egal ob nun in Maryland oder bei uns.

Bild: Shutterstock/Rommel Canlas


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