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Was tun gegen Rechts in Dortmund?

Polizei rät: 110 rufen!

Mehrere Angehörige der rechten Szene, uniformiert mit gelben T-Shirts, haben in der vergangenen Woche ein beliebtes Dortmunder Cruising-Gebiet,  den Parkplatz Kirchlinde an der Autobahn 45, durchkämmt. Sie filmten ihre Aktion und stellten das Video ins Netz. Ihr Ziel: Schwule, die dort Sex suchen, einschüchtern und dafür sorgen, „dass die Zeit der unbeschwerten, gleichgeschlechtlichen Freizügigkeiten vorbei ist“.

„Wir tolerieren das nicht!“

Es seien mehrere Mails eingegangen, die das Video gesehen hätten, sagte der Dortmunder Polizeisprecher Kim Ben Freigang heute gegenüber MÄNNER. Sogar aus den Niederlanden habe jemand geschrieben – so gut hat die Verbreitung über die Sozialen Netzwerke funktioniert.

„Wir tolerieren das nicht, und wir bauchen das nicht“, so Freigang. Allerdings sei es schwierig, den selbsternannten Einsatzkräften in ihren gelben T-Shirts beizukommen. Man habe die Mails an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Anzeigen lägen aber nicht vor.

Gelbe T-Shirts sind keine Uniformen

Erst im April hatte das Amtsgericht Dortmund eine Klage gegen die Männer in ihren gelben T-Shirts abgewiesen. Sie hatten auf dem Bezirksfriedhof Lütgendortmund patrouilliert – angeblich, um Rentner vor Überfällen zu schützen. Die Staatsanwaltschaft hatte sie wegen des Verstoßes des Versammlungsgesetzes angeklagt, das das Tragen von Uniformen untersagt. Der zuständige Richter wertete die T-Shirts allerdings als Freizeitkleidung, die eher an „Mottoshirts von Junggesellenabschieden“ erinnerten denn an Uniformen. Dazu kommt, dass einer der Männer genau wisse, wie man sich unter dem strafrechtlichen Radar bewegen könne: Jura-Student Michael Brück sitzt für Die Rechte im Dortmunder Stadtrat. Die Partei stellt dort u. a. Anfragen, wie viele Juden oder HIV-Infizierte in Dortmund leben.

DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen hat unterdessen Innenminister Jäger in einem Brief aufgefordert, mitzuteilen, welche Maßnahmen er gegen den sogenannten „Stadtschutz“ ergreifen will. Bislang liegt keine Antwort vor.

Zeugen sollen sich melden

Für künftige Vorfälle dieser Art rät Polizeisprecher Freigang, unbedingt die 110 zu rufen, damit sich die Polizei der Männer „annehmen könne“. Wem es unangenehm ist, sich als Besucher eines Cruising-Parkplatzes erkennen zu geben, kann selbstverständlich anonym anrufen. Auch nachträglich: „Es ist immer gut, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen“, sagt der Polizeisprecher. Hinweise nimmt die Polizei auch online entgegen.

Titelfoto: Shutterstock


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