FAM.praxis

Vom Samenspender zum Vater

Viele Wege führen zum eigenen Kind

von Sebastian Lühn

Die Möglichkeiten, uns unseren Kinderwunsch zu erfüllen, sind vielfältig, aber nicht immer realisitsch: Leihmutterschaft etwa ist teuer und in Deutschland verboten, Inlandsadoption so erfolgversprechend wie Lottospielen. Das Modell Pflegefamilie ist verbreitet, aber riskant, weil immer im Raum steht, dass das Kind zu den leiblichen Eltern zurückmuss. Man arrangiert sich mit einer lesbischen Freundin oder einem Paar und gründet gemeinsam eine Familie oder wendet sich an eine Samenbank. Wer sein Sperma spendet, kennt seine Sprösslinge in den meisten Fällen nicht. Es geht aber auch anders, wie die Geschichte von Andreas* (47) aus Dortmund zeigt.

Lange Zeit lebte ich in einer Beziehung, in der Kinder kein Thema waren. Mein Ex wollte schlichtweg keine. Erst nach unserer Trennung erkannte ich, wie groß mein Kinderwunsch tatsächlich war. Durch verschiedene Medienberichte über Regenbogenfamilien stieß ich auf ein Internetforum, das Menschen mit Kinderwunsch zusammenführt. Nach einiger Zeit kontaktierte mich ein lesbisches Paar. Wir trafen uns einige Male, waren uns sehr sympathisch und sprachen viel über die Möglichkeit eines gemeinsamen Kindes.

Momentan sehe ich die Kleine einmal im Monat und bin ein stolzer Papa! Wir alle verstehen uns sehr gut!

Mir war wichtig, dass das Kind in einem behüteten Umfeld aufwächst, weiß, wer sein Vater ist und selbst entscheiden darf, welche Art von Kontakt es zu ihm möchte. Wir waren uns schnell über die Einzelheiten unseres Arrangements einig, und schon nach meiner fünften Samenspende wurden wir schwanger! Inzwischen ist unsere Tochter sechs Monate alt und macht uns alle sehr, sehr glücklich! Da die andere Mutter unser Kind adoptiert hat, bin ich von Rechten und Pflichten entbunden, werde aber trotzdem als Vater herzlich in die Familie integriert. Momentan sehe ich die Kleine einmal im Monat und bin ein stolzer Papa! Wir alle verstehen uns sehr gut! Für die Zukunft wünschen wir uns daher noch ein zweites Kind dann mit der anderen Mutter. So lange ein harmonisches Umfeld vorherrscht und alle Einzelheiten geklärt sind, kann ich dieses Modell nur weiterempfehlen!”

www.spermaspender.de

* Andreas (Name von der Redaktion geändert) hat sich bereit erklärt, Interessierten mit seinen Erfahrungen und Ratschlägen zur Seite zur stehen. Wer eine Frage an Andreas hat, kann diese gerne an MÄNNER richten, wir leiten sie dann weiter: maenner-leserservice[ät]brunogmuender.com

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Illustration: Felix Scholz


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