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Ehrung für schwulen Blogger aus Somalia

Gewinner des Internationalen Bremer Friedenspreises 2015 stehen fest

Ein 20-jähriger Blogger aus Somalia, eine Initiative für Friedensarbeit in Syrien und eine Mediatorin aus Nordirland sind die Gewinner des siebten Internationalen Bremer Friedenspreises 2015. Die Stiftung die schwelle hat die Preisträger heute bekanntgegeben. Die Auszeichnung, die alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und in drei gleichrangige Kategorien unterteilt.

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Als „Unbekannter Friedensarbeiter” wird der somalische Blogger Farah Abdullahi Abdi geehrt, den unser Titelbild zeigt. 1995 in Zentralsomalia geboren, wuchs er in Kenia auf. Schon früh wusste er, dass er schwul ist. Weil aber Homosexualität in vielen afrikanischen Ländern z. T. hart bestraft wird, verließ er mit 16 Jahren seine Heimat in Richtung Europa. Auf der Flucht durch mehrere Länder geriet der junge Mann in Gefangenschaft; er wurde körperlich misshandelt und schuftete monatelang ohne Lohn auf Baustellen – bis es ihm gelang, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Malta zu fliehen. Von dort aus setzt er sich heute beharrlich für die Rechte von Flüchtlingen ein. Sei es als Blogger auf dem Onlineportal Malta Today oder als Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie Terre des Hommes, mit der er eine Kampagne für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge plante. Er sprach mit Mitgliedern des europäischen Parlaments und der EU-Kommission und rief vor den Vereinten Nationen in Genf dazu auf, die Festnahmen unbegleiteter Minderjähriger zu beenden.
In seinem Tagebuch „Von den Ketten zur Freiheit“ macht Farah sein persönliches Schicksal öffentlich und wirbt für die Nöte der vielen Flüchtlinge auf der ganzen Welt um Verständnis.

Sie bauen zerstörte Kindergärten wieder auf und schmuggeln Lebensmittel in eine belagerte Stadt.

Der Friedenspreis in der Kategorie „Beispielhafte Initiative” geht an die Leipziger Organisation Adopt a Revolution, die zivilgesellschaftliches Engagement in Syrien unterstützt. Zwischen IS-Terror und Bombenangriffen des Assad-Regimes arbeiten zahlreiche syrische Initiativen beharrlich an einer demokratischen und friedlichen Zukunft ihres Landes. Sie bauen zerstörte Kindergärten wieder auf. Sie schmuggeln Lebensmittel in eine belagerte Stadt. Sie schwächen den öffentlichen Rückhalt für radikale Islamisten, indem sie deren Brutalität aufdecken. Und sie werben in Zentren für Zivilgesellschaft für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde. Die Leipziger Initiative macht diese Friedensarbeiter in Deutschland bekannt und sammelt Spenden.

Friedenspreistraegerin_2015_Mary_Montague

Der Preis für öffentliches Wirken geht an die irische Mediatorin Mary Montague. Jahrzehntelang vermittelte die heute 63-Jährige im Nordirlandkonflikt und trug entscheidend zur Versöhnung verfeindeter Gemeinden bei. Mutig, empathisch und mit einem Sinn für Gerechtigkeit gewann sie immer wieder das Vertrauen der Konfliktparteien – nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im Kosovo, in Pakistan, Afghanistan und im Sudan. Trotz ihrer friedfertigen Haltung erhielt sie in ihrer Heimat jahrelang Morddrohungen, die sie jedoch nicht davon abhielten, ihre Arbeit beharrlich fortzuführen. Inzwischen blickt sie auf 40 Jahre Erfahrung als Mediatorin zurück und hat ihr Wissen an viele Menschen in unterschiedlichsten Teilen der Welt weitergegeben.

Selten waren die Themen der Preisträger so nah an der aktuellen Nachrichtenlage

Der Preis wird am 27. November in der Oberen Rathaushalle in Bremen vergeben. „Die Not der Flüchtlinge, der Krieg in Syrien und internationale Krisen – selten waren die Themen unserer Preisträger so nah an der aktuellen Nachrichtenlage wie in diesem Jahr”, sagt Stiftungs-Geschäftsführerin Petra Titze. Schirmherrin der Preisverleihung ist Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert.

Fotos: die schwelle


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