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„Freier Fall“ bekommt Sequel

Finanzierung via Crowdfunding geplant (UPDATE)

Es war einer der größten Publikums- und Kritikerlieblinge der letzten Jahre: Das deutsche Kinodrama „Freier Fall“ von Regisseur Stephan Lacant überzeugte mit herausragenden Darstellern (Hanno Koffler war für seine Rolle als Marc Borgmann für den Deutschen Filmpreis nominiert), einer sensiblen Story, die es schafft, die herkömmliche Bebilderungsdichotomie von Hetero- und Homosexualität fast vollständig aufzulösen, sowie deutlichen Parallelen zum Queer-Cinema-Klassiker „Brokeback Mountain“, ohne dabei als billiger Abklatsch zu wirken. „Lacant webt souverän an diesem komplexen emotionalen Geflecht – dessen schönster Moment sein überraschendes Ende ist“, schrieb damals zum Beispiel die taz vollkommen außer sich vor Begeisterung.

Wie geht es denn nun weiter mit Marc und Kay?

Dieses „überraschende Ende“ ließ viele Zuschauer aber auch etwas ahnungslos zurück, bei weitem wurden nicht alle im Film aufgeworfenen Fragen beantwortet. Wie geht es denn nun weiter mit den Helden Marc und Kay? Diese Frage (und viele mehr) könnte nun endlich beantwortet werden: denn nun wurde bekannt, dass die Macher von „Freier Fall“ eine Fortsetzung planen – obwohl diese ursprünglich gar nicht vorgesehen war. Das bis heute nicht abgeebbte Interesse seitens der Fans (so gibt es zum Beispiel eine eigene tumblr-Homepage zum Film) dürfte wohl den entscheidenden Anstoß für dieses Projekt gegeben haben.

Crowdfunding soll’s möglich machen

Noch ist das Ganze aber nicht in trockenen Tüchern. Das Geld für die Produktion des zweiten Teils soll nämlich mittels einer Crowdfunding-Kampagne gesammelt werden. Nähere Details sind noch nicht bekannt – außer, wie man im März auf der offiziellen Facebook-Seite des Projekts lesen könnte, dass „die Crowdfunding-Kampagne höchstwahrscheinlich in zwei bis drei Monaten starten wird.“ Nach fünf Monaten ist aber noch nichts geschehen. Auf Anfrage von MÄNNER verzögert sich die Sache. Laut Produktionfirma Kurhaus ist die Fortsetzung aber weiter geplant, Stephan Lacant soll wieder Regie führen.

Details sollen auf der Facebook-Seite Freier Fall 2 bekannt gegeben werden, sobald es losgeht. Bereits jetzt werden dort die Fans in aller Welt motiviert, einen finanziellen Beitrag zu spenden, um das Projekt wahr werden zu lassen. Diese sind naturgemäß vor Freude bereits ganz aus dem Häuschen („amazing news“, „the best news ever“), haben aber auch die eine oder andere Forderung an das Sequel: zum Beispiel, dass es zu einer „awesome reunion“ der beiden Protagonisten aus dem ersten Teil und zu einem „happy ending“ für Marc und Kay kommen solle.

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Sollte es mit dem geplanten Sequel auf der Kinoleinwand nicht klappen, gibt es zumindest für deutsche Fans ein gar nicht so kleines Trostpflaster: Das Staatstheater Nürnberg hat bereits bekanntgegeben, „Freier Fall“ in der kommenden Saison auf die Theaterbühne bringen zu wollen.

Die Story

In „Freier Fall“ geht es um zwei Polizisten – Marc und Kay –, die Gefühle füreinander entwickeln. Während Kay offen schwul ist, lebt Marc ein traditionelles Hetero-Leben: schwangere Freundin, gute Berufsaussichten, geregeltes Leben. Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät Marcs Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann er es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst. Dazu kommt noch die in der Polizei vorherrschende Homophobie, die es für Marc nicht leichter macht, sich zu seinen Gefühlen zu bekennen. Zum Filmstart von „Freier Fall” erschien in MÄNNER dieses Interview mit den beiden Hauptdarstellern.

Fotos Kurhaus Production


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