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Grenzkontrollen wegen Flüchtlingsstrom

In München wird weiter gespendet und geholfen

In München sind allein am Wochenende rund 15.000 Flüchtlinge in Zügen aus Österreich und Ungarn angekommen. Daraufhin hat Deutschland nun an der Grenze zu Österreich temporär wieder Kontrollen eingeführt, wie Bundesinnenminister de Maiziére mitteilte. Das sei in der Koalition „einvernehmlich beraten und beschlossen” worden und stehe in Einklang mit dem Schengen-Abkommen. Außerdem wurde der Bahnverkehr zwischen beiden Ländern bis morgen früh 6 Uhr zunächst eingestellt.

Deutschland und Schweden nehmen die meisten Flüchtlinge auf

Von einem festen Verteilungsschlüssel für alle 28 EU-Mitglieder ist immer noch keine Spur. Bislang nehmen Deutschland und Schweden die meisten Menschen auf.

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Arne Brach im Jennifer Parks (Foto: privat)

Jenny tanzt und hilft

Angesichts der Flüchtlingsströme mag man sich hilflos fühlen, weil man nicht weiß, wo man zuerst helfen soll. Die Antwort ist recht leicht: einfach machen. So wie Arne Brach aus München, Inhaber der Bar „Jennifer Parks“ und Veranstalter der schwulen Partyreihe „Jenny tanzt“. Als plötzlich immer mehr Flüchtlinge am Hauptbahnhof München ankamen, entschied er spontan, bei Facebook um Geldspenden zu bitten. Dann fuhr er einkaufen und anschließend zum Hauptbahnhof. Das hat er seit Anfang September nun schon sehr oft getan.

In der Drogerie 20 Zahnbürsten kaufen – das machen die meisten nicht

Arne kannte viele, die 20 Euro oder mehr zu spenden bereit waren. „Aber in die Drogerie fahren und 20 Zahnbürsten kaufen, das machen dann doch die meisten nicht.“

Er weiß von Freunden, die am Hauptbahnhof als freiwillge Helfer arbeiten und an ihre Grenzen stoßen. Das große Problem sei die Kommunikaion. Es gebe oft keine Ansprechpartner, schlechte Koordination. „Zum Beispiel: Alle bringen Klamotten, aber niemand Hygieneartikel.“

Ich helfe so lange, bis der Spendenfluss versiegt

Manchmal sind es auch ganz andere Dinge, die die Menschen brauchen. Vor ein paar Tagen war Arne in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die konnte er mit Gitarren und Percussioninstrumenten, die er mit Spendengeldern gekauft hatte, glücklich machen.

Einen richtigen Plan hatte Arne nicht – den gibt es auch jetzt nicht -, er hat einfach angefangen. Und es kamen so viele Spenden zusammen, mittlerweile rund 7.500 Euro, auch aus England und Schweden, dass er weiterhelfen will. „Solange bis der Spendenfluss versiegt“.

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Quelle: Facebook

Auch der Münchner NY.Club hilft. Am vergangenen Wochenende wurden bei den Partys Spenden gesammelt, durch Eintrittsgelder aufgestockt und anschließend noch vom Laden verdoppelt: Herauskam eine Summe von fast 7.000 EUR, die an die Aktion Willkommen in München übergeben wurde – dort haben sich Hilfsorganisationen wie Malteser und Caritas, aber auch z. B. die Volkshochschule und das Sozialreferat der Landeshauptstadt zusammengeschlossen.

Dass sich jetzt, wo die Grenzen erstmal wieder kontrolliert oder – wie in Ungarn – dicht gemacht werden, viel ändert, glaubt er nicht. „Wenn da 60.000 Leute kommen und reinwollen, hält die keine Grenze auf.“

Man kann direkt im Jennifer Parks spenden oder direkt Geld überweisen auf Arnes Paypalkonto: arne.brach@gmx.de.

Weiterlesen: Das Schicksal der homosexuellen Flüchtlinge

Titelbild: Shutterstock


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