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Hochzeit im Autoskooter

"Wollten ein Zeichen setzen!"

So etwas hat es am Nürnberger Volksfest noch nicht gegeben: Mit einer bewegenden Zeremonie gaben sich am Vormittag des Rosa Montag (7.9.) der Autoskooter-Besitzer und Schausteller Gottlob Braun (50) und sein langjähriger Partner Carsten (43) das Ja-Wort. „Streng genommen war diese Hochzeit nur eine inoffizielle, da die Geburtsurkunde von Carsten noch nicht da war. In ca. 10 Tagen geht es zum Standesamt“, erzählt Gottlob, der allerorts nur Gogo genannt wird, im Gespräch mit MÄNNER.

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Ein Zeichen setzen

Das Datum der Hochzeit war nicht zufällig gewählt: Schon seit einigen Jahren feiert die Nürnberger Community im Papert Festzelt traditionell die Rosa Trachtennacht, immer am zweiten Montag im Volksfest-Kalender. „Ich wollte diesen Tag stärken und dafür Werbung machen“, so Gogo. Auch der Ort des Autoskooters – ein familiäres Unternehmen von Gogo – war schnell gewählt. „Wieso auch nicht? Andere heiraten in der Kirche oder im Zelt, wir am Autoskooter. Und ich wollte, dass die Hochzeit möglich viele Leute sehen und somit ein Zeichen setzen.“ Denn das Nürnberger Volksfest sei doch ein traditionelles,,und auch (oder: sogar) unter Schaustellern ist Homosexualität nach wie vor ein Tabu: „Sagen wir mal so: Es will keiner wahr haben, wenn sein Kind schwul wäre“, erzählt Gogo. „Was nur die Familie und die Kollegen sagen würden?! Nein, über sowas wird und darf nicht gesprochen werden, denn es könnte ja ansteckend sein. Ich denke manchmal, wir leben noch im Mittelalter.“

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Emotionale Feier

Vor circa 50 Gästen gab sich das Paar das Ja-Wort. Schausteller – bis auf den Vorstand – waren nur wenige vertreten. „Das fand ich schade, macht aber nichts.“ Was Gogo besonders in Erinnerung geblieben ist? „Für mich am schönsten war eigentlich, dass mein Partner Carsten so aufgeregt war und vor lauter Zittern fast kein Wort rausgebracht hat.“ Nach der sehr emotionalen Trauung wurde noch bei kulinarischen Köstlichkeiten und Musik von Marianne Rosenberg bis Helene Fischer ausgiebig gefeiert, während danach am Autoskooter wieder weiter gearbeitet wurde. Den Alltag als Ehemann sieht Gogo pragmatisch: „Für mich hat sich nichts geändert, ob mit Ring oder ohne Ring. Wichtig war mir nur, falls mir mal was Schlimmes passiert. dass mein Lebenspartner abgesichert ist. Ansonsten geht das Leben so wie es war weiter.“

Wir wünschen den beiden Frischvermählten alles Gute!

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 Bilder: Shutterstock/darish M, privat

 


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