shutterstock_299449103

Homophobie ist eine Krankheit

Italienische Studie belegt psychische Störung

Eine am Dienstag im „Journal of Sexual Medicine” veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Homophobie eine psychische Störung ist. Bei homophoben Menschen wurden allgemeine Gefühlskälte, verstärkte Angstgefühle und ein Schutzbedürfnis auf dem Niveau von Kindern beobachtet. „Wir konnten einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen Vorstufen von Persönlichkeitsstörungen und Homophobie beobachten”, schreiben die Forscher.

Männer sind deutlich homophober als Frauen

Die hatten an der Universität Tor Vergata in Rom 551 Universitätsstudenten im Alter zwischen 18 und 30 Jahren gebeten, mehrere psychometrische Evaluationen zu durchlaufen, um zu messen, wie homophob sie sind und welche anderen psychologischen Auffälligkeiten damit einhergehen. Die Ergebnisse belegen nun, das Psychotizismus, eine Vorstufe der Schizophrenie, eine wichtige Rolle bei homophoben Einstellungen zu spielen scheint. Aggressivität, Gefühlskälte, Egozentrik, Impulsivität, Kreativität und Antisozialität sind Grundlagen dieses Persönlichkeitstyps. „Dieser Persönlichkeitstyp ist deutlich homophober als andere Menschen”, befindet die Studie. Persönlichkeiten auf dem Depressions-Spektrum sind im Gegensatz dazu, so gut wie nie homophob.

Nicht Homosexualität, Homophobie ist die Störung

Die Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kamen, dass schlecht entwickelte, psychologische Abwehrmechanismen, deren Funktionieren für das Selbstbild einer Person wichtig sind, und das Geschlecht, starken Einfluss auf homophobe Einstellungen haben. Männer sind deutlich homophober als Frauen. „Nachdem wir Jahrhundertelang diskutiert haben, ob Homosexualität eine geistige Erkrankung ist, belegen unsere Ergebnisse, dass es Homophobie ist, die auch von anderen, potentiell gefährlichen psychopathologischen Problemen begleitet wird”, schreibt Studienleiter Emmanuale Jannini.

Bild: Shutterstock/syda productions


21 Kommentare

  1. Florian Huber

    Für „Erkrankungen” muss man Empathie und Verständnis für bestimmtes Verhalten aufbringen, da es sich ja um eine „Krankheit” handelt und der betroffene nichts dafür kann. Sorry, aber ein ein homophobes Arschloch bleibt ein homophobes Arschloch, weil es sich sich selbst dafür entschieden hat, ein homophobes Arschloch zu sein. Verständnis für eine pathologische „Erkrankung” ist das letzte, was ich dafür aufbringe.

  2. Sebastian Scho

    „trotzdem ein homophobes Arschloch”

    Das Narrativ, dass homophobe Menschen nichts als „Arschlöcher” seien hat sich bereits so sehr in unserer Gesellschaft festgefressen, dass es sehr schwierig wird Menschen aufzuklären.
    Wenn ich Homophobie begegne dann denke ich mir nicht als erstes „Oha, was für ein blödes Arschloch…” sondern eher „Was hat der denn für ein Problem.”.
    Da sich jetzt andeutet dass es hier um ein psychische Störung geht ist in meinen Augen der einzige Weg die Ursachen von Homophobie tatsächlich zu bekämpfen.

  3. Anna Lee

    Drunter steht ein Kommentar, den ich gut finde: Für Krankheiten muss man Verständnis haben, weil der Kranke nichts dafür kann, aber ein homophobes Arschloch, bleibt ein homophobes Arschloch und dafür gibt es kein Verständnis.

  4. Siri Wolf

    Hm, jetzt sollten die „Forscher über das sexualleben ihrer Mitmenschen” sich mal mit der Störung von „zölibatären sexualfeindlichen Heiligen” beschäftigen, ist das auch eine Störung der Psyche? Bestimmt!

  5. Melanie Lork

    Es gibt für alles eine Studie!
    einfach mal jeden Menschen so nehmen wie er ist und sein Leben leben lassen wie der Mensch es selbst möchte hat was mit Respekt, Achtung und Menschlichkeit zu tun und bedarf eigentlich keiner überprüfung durch irgendwas!

    Leben und Leben lassen sollte eher das Motto sein!

  6. Ridgley Cusce

    Florian, abwegig ist die These nicht. Da du ja aber sicher Psychotherapeut bist und sicherlich die These widerlegen kannst, ist das ja kein Problem mit deiner gut erklarten Aussage.

  7. Florian Drasky

    Wenn ein Psychologe will, kann er in allem eine Krankheit sehen… Es gibt auch Psychologen die behaupten, Homosexualität sei eine Krankheit.

    Ich finde es schon recht albern, so eine allgemeine Floskel loszulassen! 😀


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close