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Daten-Gau in HIV-Klinik

Mitarbeiter veröffentlicht aus Versehen 800 Namen vonPatienten

Eigentlich wollte die Klinik nur einen Newsletter an ihre Patienten schicken. Doch ein Mitarbeiter sendete die Daten der Adressaten gleich mit – viele von ihnen HIV-positiv. Nach einem Bericht des Guardian wurden so versehentlich die Namen von 780 Patienten offen gelegt. Die Zeitung zitiert einen positiven Patienten, dessen Kontaktdaten verbreitet wurden: „Es kann nun nicht mehr kontrolliert werden, wer diese Informationen erhält. In den falschen Händen ist das Sprengstoff!“

Der Mann ist seit fünf Jahren in der Klinik in Behandlung und sagt, er hätte den Leuten dort immer vertraut. „Ich kann nicht glauben, dass sowas heutzutage passieren kann. Ich konnte die ganze Liste einsehen, auch von Leuten, die ich kenne und von denen ich gar nicht wusste, dass sie positiv sind.“

Ein anderer HIV-Patient, der seit zweieinhalb Jahren Patient der Klinik ist, sagt, es wäre tragisch, wenn dieser Daten-Unfall die tolle Arbeit überschatten würde, die man in dem Krankenhaus leiste. „Ich bin dort immer gut behandelt worden, von jedem Mitarbeiter. Menschen machen Fehler, das hätte jedem passieren können. Ich hoffe, man wird dem verantwortlichen Mitarbeiter verzeihen.“

Ich habe meiner Familie nicht von meinem HIV-Status erzählt, und auch viele enge Freunde wissen von nichts.“ 

Ein 31-jähriger Event-Manager zeigte sich schockiert. „Ich habe von meinem HIV-Status nur wenigen Leuten erzählt. Es geschieht ja immer noch viel Stigmatisierung. Ich habe es meiner Familie nicht erzählt und auch viele enge Freunde wissen von nichts.“

Ein Sprecher der Klinik  sprach von „menschlichem Versagen“. Der verantwortliche Mitarbeiter sei zutiefst bestürzt. In einer weiteren Mail entschuldigte sich die Klinik bei den Betroffenen. „Das ist selbstverständlich völlig inakzeptabel“, hieß es. Man wolle den Vorfall untersuchen und alles Notwendige unternehmen, damit so etwas nicht noch einmal passiere.

Foto:  Chelsea and Westminster NHS Trust


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