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Katholische Kirche soll Beitrag leisten

LSVD formuliert Erwartungen an Deutsche Bischofskonferenz

Noch bis Donnerstag findet in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 65 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil. Während des Herbsttreffens werden die Bischöfe auch über die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsproblematik sprechen. In den beiden ersten Tagen werden sie sich mit Experten aus der Flüchtlingsarbeit, kommunalen Vertretern und ehrenamtlichen Helfern beraten. Außerdem steht auf der Tagesordnung die Vorbereitung der Weltbischofssynode in Rom unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.

Bei diesen halbjährlichen Zusammenkünften, so heißt es auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz, „treffen die deutschen Bischöfe organisatorische und inhaltliche Entscheidungen für die Kirche in Deutschland“. Neben den Sitzungen der Vollversammlung finden sich kleinere Arbeitsgruppen zusammen, die inhaltliche Fragen diskutieren, um sie anschließend dem großen Plenum vorzustellen.

Insbesondere Roma, aber auch Lesben, Schwule oder Transgender sind Diskriminierung, Hass und Gewalt ausgesetzt.

Anlässlich des Treffens in Fulda formuliert der Lesben- und Schwulenverband Deutschland, LSVD, seine Erwartungen an die Deutschen Bischofskonferenz:

„Die Katholische Kirche ist gefordert, ihren Beitrag für eine offene Gesellschaft in Deutschland zu leisten. Unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, sind auch viele Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität in ihrem Heimatland diskriminiert und verfolgt wurden. In vielen Ländern drohen ihnen Gefängnis, in einigen sogar die Todesstrafe“, erklärt LSVD-Sprecherin Henny Engels. Sie fordert die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz auf, sich in ihrer Stellungnahme zur Flüchtlingspolitik auch ausdrücklich dafür einzusetzen, dass Menschen, die wegen Verfolgung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität zu uns flüchten, hier Schutz und Aufnahmen finden und ihnen von den Behörden die notwendige Sensibilität entgegengebracht wird. Darüber hinaus appelliert der LSVD an die Bischöfe, sich klar gegen das Konstrukt der so genannten ’sicheren Herkunftsländer‘ auszusprechen. „Viele der Staaten, die als ’sicher‘ deklariert wurden bzw. werden sollen, sind nämlich keineswegs für alle Bevölkerungsgruppen sicher. Insbesondere Roma, aber auch Lesben, Schwule oder Transgender sind dort Diskriminierung, Hass und Gewalt ausgesetzt. Es muss sichergestellt werden, dass für diese Menschen das individuelle Recht auf Asyl gewährleistet wird.“

Das ZdK forderte Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

Beim Thema Familie erwartet der LSVD, dass sich die deutschen Bischöfe für eine Erweiterung des Familienbildes aussprechen, auch mit Blick auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Die gesellschaftspolitische Debatte über die Öffnung der Ehe für alle habe dazu geführt, dass Bischöfe und Laien sich für eine veränderte Haltung ausgesprochen haben, so das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in seiner Erklärung ‚Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen‘ aus dem Frühjahr. Hier forderte das ZdK u.a. eine Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere auch Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

„Die Bischofskonferenz muss endlich erkennen, dass auch die große Mehrheit der Katholiken in Deutschland für eine offene Gesellschaft steht und die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare als wichtige Gerechtigkeitsfrage ansieht.“

Titelfoto: Paolo Bona/Shutterstock


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