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Nur 12 Stunden im Amt

Homophobe Tweets bringen griechischen Minister zu Fall

Genau zwölf Stunden war Dimitris Kammenos von der rechtspopulistischen Partei „Unabhängige Griechen“ (Anel) Vize-Infrastrukturminister von Griechenland. Dann musste er wegen einer Reihe homophober und antisemitischer Tweets den Hut nehmen. So schnell kann’s gehen.

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Homophobie und Antisemitismus 

Bereits seit Jahren hetzt Kammenos gegen Minderheiten. Doch was bei einem populistischen Politiker noch irgendwie toleriert wird, ist für ein Regierungsmitglied indiskutabel. Seine antisemitischen, ausländerfeindlichen und homophoben Kurznachrichten wurden ihm letztlich zum Verhängnis: Lesben- und Schwulenparaden bezeichnete er griechischen Medienberichten zufolge als „erbärmlich“, auch soll er mit Gewalt gegen diese Veranstaltungen gedroht haben. Zudem ließ er obszöne Beschimpfungen gegen Lesben und Schwule über Twitter vom Stapel.

Und auch antisemitische Verschwörungstheorien verbreitete der Rechtspopulist genüsslich. So zwitscherte er über die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001: „Von den 2500 Juden, die in den Zwillingstürmen arbeiteten, ist niemand an diesem Tag zur Arbeit erschienen.“ Die Europäische Union verglich er mit dem nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz.

„Problem für die Regierung”

Wenig verwunderlich also, dass es gleich nach der Bestellung von Dimitris Kammenos als Vize-Infrastrukturminister in griechischen Medien heftige Proteste gab. Diese versuchte er zunächst, vom Tisch zu wischen: Nicht er habe seinen Twitter-Account betrieben, sondern „mehrere Mitarbeiter“. Außerdem sei das Konto wiederholt gehackt worden, Postings seien auch „gut gefälscht“ worden, so der Politiker. Die entsprechenden Tweets verschwanden aus seinem Account.

Außerdem gab der Vize-Infrastrukturminister noch schnell eine Erklärung heraus, in der er sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie aussprach. Für diese Schadensbegrenzung war es jedoch bereits zu spät. Auf Facebook und Twitter entwickelte sich ein veritabler Shitstorm gegen Kammenos – und Griechenland Ministerpräsident Alexis Tsipras zog die Notbremse: Er erklärte Kammenos zum „Problem für die Regierung“, woraufhin dieser aus „nationalem Interesse“ zurücktrat, um eine „funktionierende Regierung“ zu ermöglichen. Wir meinen: Richtige Entscheidung!

Bilder: shutterstock, Google+


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