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Transsexuellengesetz wird 35

Stichtag: 10. September 1980

Heute vor 35 Jahren wurde das sogenannte „Transsexuellengesetz“ veröffentlicht. Es wurde mehrfach vom Bundesverfassungsgericht korrigiert und steht noch immer in der Kritik. Der WDR hat dem Thema unter dem Stichwort „Stichtag“ einen Beitrag gewidmet.

Da heißt es: „Das Transsexuellengesetz ist umstritten. Es wird mehrmals vom Bundesverfassungsgericht korrigiert. Im Januar 2011 erklären die Karlsruher Richter sogar wesentliche Bestimmungen des Gesetzes für verfassungswidrig: Die Vorschriften der ‚großen Lösung‘ seien unvereinbar mit der Menschenwürde und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die entsprechenden Passagen werden mit sofortiger Wirkung aufgehoben.“

Doch auch nach der Korrektur von 2011 gibt es weiterhin Kritik am Transsexuellengesetz. Denn im Paragraf vier, Absatz drei heißt es sinngemäß: Das Gericht darf einem Antrag nur stattgeben, nachdem es Gutachten von zwei Sachverständigen eingeholt hat.

Das bedeutet konkret: Wer sein Geschlecht vor dem Gesetz ändern will, muss zwei Gutachter und einen Richter von seiner Sache überzeugen. Also entscheidet im Zweifelsfall ein Richter, ob man wirklich männlich genug sei, um als „Mann“ eingestuft zu werden. Das empfinden viele Betroffene als große Hürde. Sie möchten auch von Gutachterzwang und Gerichtsentscheid wegkommen. Einen Gang zum Standesamt halten sie für ausreichend. Im liberalen Skandinavien und selbst im katholisch-konservativen Irland wird das inzwischen so gehandhabt.

Die Sendung findet sich in der Mediathek des WDR zum Nachhören.

Titelbild: Deutschlands bekannteste Transsexuelle: Entertainerin Romy Haag; Foto: vipflash/Shutterstock


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