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Was macht eine Familie aus?

US-Comedian Alec Mapa zeigt seine Regenbogenfamilie

Alec Mapas Familie ist besonders. Nicht, weil die drei Jungs einander besonders ähnlich sehen, sondern weil sie keine Angst davor haben, Konventionen zu überwinden. Alec Mapa (50) ist ein amerikanischer Schauspieler und Comedian. Ihn kennt man in flamboyanten Rollen aus Serien wie Roseanne, Seinfeld, Friends, Desperate Housewives und Ugly Betty. 2005 erhielt er den GLAAD Media Award für „faire und integrative Darstellung” der LGBTI-Community in den Medien. Dass Mapa nicht nur Vorbild für die Unterhaltungsindustrie, sondern auch ein Paradebeispiel für Regenbogenvaterschaft ist, beweist er seit fünf Jahren. Zusammen mit seinem langjährigen Partner und Ehemann Jamie Hebert (38) adoptierte er 2010 ihren Sohn Zion. Darüber spricht er u. a. in seiner Show „Baby Daddy”

Mit fünf Jahren war Zion für viele Eltern bereits zu alt und – zu dunkel

„Im November 2009 zeigte uns unser Sozialarbeiter das Foto eines fünfjährigen afroamerikanischen Pflegekindes“, erinnert sich Mapa. „In dem Moment, da wir das Foto sahen, wussten wir, dass das unser Kind war. Es gibt keine rationale Erklärung dafür, wieso wir das wussten.“ Die Chancen auf eine Adoption standen verhältnismäßig gut: Mit fünf Jahren war Zion für viele Eltern bereits zu alt und – so traurig das ist – zu dunkel.“ Die Statistiken für ältere Kinder dunkler Hautfarbe in Pflegeverhältnissen sind düster. Ein kleines, weißes Mädchen wird siebenmal häufiger adoptiert, als ein afroamerikanischer Junge im Alter von drei Jahren.“

Option Leihmutterschaft wurde verworfen

Noch bevor ihnen Zion vorgestellt wurde, hatten Mapa und Jamie lange überlegt, welcher Weg zum Kinderglück der Richtig für sie wäre. Auch die Option einer Leihmutterschaft stand kurzzeitig im Raum: „Ich fragte meinen Mann, ob er gern eine Frau schwängern wollte. Seine Antwort war knapp: Nee, ich würde es lieber weiterhin mit Dir für umme versuchen.“ (In Mexiko gibt es seit vergangenem Jahr keine Leihmutterschaft mehr für Schwule – MÄNNER-Archiv)

Konservative zweifeln an Regenbogenfamilie

Immer wieder werden seitens Konservativer Vorurteile laut, Kindererziehung bedürfe zweigeschlechtlicher Elternrollen, um das Wohl des Heranwachsenden zu garantieren. Der Schauspieler kann darüber nur den Kopf schütteln: „Zion ist ein Klassenclown, der sich für Sport, Wissenschaft und schöne Mädchen interessiert.“ Und dass alles, obwohl er von einer Legion aus Drag-Tanten, Homo-Onkeln, Lesben und Transgender-Showgirls umgeben ist. Dabei ist Homophobie ein Thema, über das sich Mapa im liberalen Los Angeles wenig Gedanken macht: „Es ist eher rassistische Diskriminierung, die mir Sorgen bereitet. Mein Mann und ich sind sehr plausible Eltern eines schwarzen Kindes […] Ich bin Filipino aus San Francisco, er ein in Louisiana geborener Cajun. Ja, keiner von uns sieht dem anderen ähnlich, aber was uns zu einer Familie macht ist, dass wir unsere Unterschiede akzeptieren und einander lieben. Glücklicherweise, bedürfen die Dinge, die mein Sohn am meisten braucht – nämlich Sicherheit, Halt, Liebe und Zuneigung – keiner spezifischen ethnischen Zugehörigkeit.“

Mein Tipp für andere Eltern: Habt eine Flasche Wein griffbereit, wenn die Kinder schlafen

Welche Ratschläge Alec künftigen Eltern geben kann?! „Luft holen! So etwas wie perfekte Eltern gibt es nicht. Als schwuler Mann hatte ich alles durchgeplant: Was für ein Vater ich gern wäre, wie das Haus aussehen sollte, wie ich mich verhalten würde … Dann kam mein Sohn vorbei und stürzte alles ins Chaos. Erziehung ist keine perfekte Wissenschaft. Mein Tipp: Nehmt alles so wie es ist und gebt euer Bestes, geduldig, liebevoll und da zu sein. Und habt eine Flasche Wein griffbereit, wenn die Kinder schlafen.“

Der vollständige Beitrag steht in MÄNNER 9.2015

Mehr zum Thema: 2 Väter, 2 Kinder, 2 Hunde – eine deutsche Pflegefamilie

Foto: Andrea James


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