Pirinçci spaltet weiter

Börsenblatt steht wegen Abdruck einer Anzeige in der Kritik

Die Buchmesse ist vorbei, aber so richtig rund geht’s in Sachen Bücher erst jetzt. Es geht um genau zwei Titel – Akif Pirinçcis „Die große Verschwulung” und Andreas Lombards „Homosexualität gibt es nicht”. Beide sind erschienen im Manuscriptum Verlag, der – so erfuhr MÄNNER diese Woche – mit Pirinçci keinen Kontakt mehr pflegt. Der Autor erkärte mittlerweile gegenüber dem Stern, er denke zum ersten Mal darüber nach, das Land zu verlassen. Er wolle „nicht in einer muslimischen Gesellschaft leben“.

Diese beiden – um es vorsichtig zu sagen: dummen – Bücher werden doppelseitig im aktuellen Börsenblatt beworben, wofür das Verbandsorgan des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nun heftiger Kritik ausgesetzt ist.

Im Editorial des aktuellen Börsenblatt 43 schreibt Chefredakteur Casimir dazu: „Wir haben die Anzeige gedruckt. Juristen erklären, die Werbung sei im Sinne der Meinungsfreiheit hinzunehmen. Ein gewichtiges Argument! Wir hatten die Anzeige gleichwohl ablehnen dürfen, der Verlag hätte uns zur Annahme nicht zwingen können. Die Entscheidung bleibt also zurechenbar. Sie war verkehrt.”

Wir sind sehr verwundert, dass das Börsenblatt eine Doppelanzeige für Akif Pirinçcis homophobes Buch „Die große Verschwulung” und Andreas Lombards „Homosexualität gibt es nicht” abgedruckt hat“, kritisieren die Geschäftsführer des Bruno Gmünder Verlags, Frank Zahn und Michael Taubenheim. „Nach den jüngsten Ausfällen Pirinçcis („Aber die KZ sind ja leider derzeit außer Betrieb”) erscheint dies gleich doppelt geschmacklos. Die beiden Titel aus dem Manuscriptum-Verlag sind sicherlich nicht mit den Grundwerten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vereinbar. Im Editorial wird lediglich darauf verwiesen, die Entscheidung, die Anzeige abzudrucken sei „verkehrt” gewesen. Eine ausführliche Stellungnahme und Distanzierung des Chefredakteurs des Börsenblatts, Dr. Torsten Casimir, wäre angebracht.”

Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Magnus Hirschfeld Stiftung, schrieb gestern:

„Ich finde es völlig unverständlich und inakzeptabel, dass Sie eine skandalöse, homosexuellenfeindliche Anzeige des Manuscriptum Verlages in Ihrem Börsenblatt zugelassen haben”. Die Verbreitung der Anzeige nennt Litwinschuh vor dem Hintergrund des Eintreffens „vieler – auch homo- und transsexueller – Flüchtlinge” „einen Tabubruch”. Das Börsenblatt helfe dabei, Botschaften gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu verbreiten.

Zuvor schon hatte Jim Baker, Geschäftsführer des Querverlages, kritisiert, die beiden beworbenen Titel seien „ein Schlag ins Gesicht jedes aufgeklärten Menschen”, warum er wegen der Anzeige seine langjährige Mitgliedschaft im Börsenverein in Frage stelle.

Inzwischen distanziert sich auch der Sachbuchautor und Journalist Alexander Glück. Er will nicht länger mit Akif Pirinçci in einem Verlag sein und untersagt der Edition Sonderwege / Manuscriptum den weiteren Vertrieb seines Buches „ADHS – Wie lebhafte Kinder für krank erklärt werden”.

Foto: Manuscriptum


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