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Böse alte Schwuchtel?

Das FBI-Hauptquartier könnte bald nicht mehr J.Edgar Hoover Building heißen

„Akte X“-Fans, „Homeland“-Fans oder eigentlich jeder der schon mal einen Film oder eine Serie gesehen hat, in der das FBI-Hauptquartier in Washington vorkommt, weiß Bescheid: Es heißt J. Edgar Hoover-Building, nach dem wohl bekanntesten ehemaligen Direktor der Agentur. Der gründete das FBI 1935, überwachte unzählige US-Bürger, Präsidenten, Bürgerrechtler und seine eigenen Geliebten und blieb Chef der Agentur, bis er 1972 im Alter von 77 Jahren eher berüchtigt als berühmt aus dem Leben schied. Vor vier Jahren setzte Clint Eastwood mit „J. Edgar“ und Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle, der verbitterten, alten, paranoiden Schwuchtel, die Hoover am Ende seines Lebens gewesen sein muss, ein böses filmisches Denkmal, zu dem der offen schwule Oscarpreisträger Dustin Lance Black (oder auch: Tom Daleys zukünftiger Gatte), das Drehbuch schrieb.

 Seine Verbrechen gegen People of Color, Schwule und Lesben sind inzwischen allgemein bekannt. Es wird Zeit, seinen Namen von seinem Ehrenplatz zu entfernen

Das Karma wartet manchmal länger, ereilt einen aber immer. Mitglieder der Demokraten haben eine Petition in den Senat in Washington eingebracht, die – wird sie angenommen – dafür sorgen wird, dass das FBI-Hauptquartier künftig anders heißt. „Die Bürgerrechte, auf die wir heute mit Stolz blicken, genießen wir nicht wegen, sondern trotz Edgar J. Hoovers Arbeit. Und doch schmückt sein Name eines der bekanntesten Gebäude unserer Hauptstadt. Eines, in dem eine der Institutionen zu Hause ist, die in unserem Land für Gerechtigkeit sorgen soll“, so der Abgeordnete Steve Cohen in einer öffentlichen Stellungnahme. „Seine Verbrechen gegen People of Color, Schwule und Lesben sind inzwischen allgemein bekannt. Es wird Zeit, seinen Namen von seinem Ehrenplatz zu entfernen.“ In einer öffentlichen Befragung des aktuellen Direktors des FBI James Comey sagte Cohen heute Morgen: „Hoovers Versuche, Martin Luther King zum Schweigen zu bringen und die Tausenden Erpressungen homosexueller Mitarbeiter der US-Regierung über viele Jahre hinweg, sind ein Schandfleck in der Geschichte der USA und des FBI.“

 Die von ihm über Jahrzehnte geleitete Operation Cointelpro gilt als die längste, fortgesetzte Verletzung des ersten Verfassungsgrundsatzes der USA

Hoover begann in den 1940ern, Homosexuelle in den Reihen der US-Administrative zu enttarnen und dann entweder auszuspionieren, zu erpressen oder feuern zu lassen. Die von ihm über Jahrzehnte geleitete Operation Cointelpro gilt als die längste, fortgesetzte Verletzung des ersten Verfassungsgrundsatzes der USA in der Geschichte des Landes. Sie forderte wahrscheinlich Hunderte von Todesopfern, da viele der von Hoover und seinen Schergen Bloßgestellten Selbstmord begingen. Cohens Initiative wird von zehn anderen Abgeordneten unterstützt und will das Hoover-Building in Federal Buero of Investigastions Building umbenennen lassen.

Hier die Heutige Befragung von James Comey:

Bild: WikiCommons


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