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Donald Trump: „Ich bin nicht homophob“

Präsidentschaftskandidat sagt, Schwule mögen ihn

Die Frage war einfach: „Lassen Sie mich direkt fragen: Sind sie homophob?“ Die Antwort war es auch: „Nein. Ich glaube, ich bin ein wirklich netter Mensch. Ich werde durch die Bank gemocht.“ Sagte Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei der USA. Zu einem offen schwulen Mann, dem CNN-Journalisten Don Lemmon.

„Auch viele Schwule und Lesben mögen mich.“

Der hatte Trump in einem Interview am Mittwoch vor der Frage darauf hingewiesen, dass viele in der LGBTI-Community einiges von dem was er sagt begrüßen, aber sich um ihre eigenen Rechte unter einem potenziellen Präsident Trump große Sorgen machen würden. Im Anschluss an seine Antwort auf die Frage, beschrieb Trump ausweichend, wie sehr er von den rechten, konservativen Kräften der amerikanischen Tea-Party verehrt wird und sah darin offensichtlich keinen Widerspruch. Denn „Die Ultrarechten mögen mich, stimmt. Aber Demokraten mögen mich auch. Und die Liberalen. Alle mögen mich.“ und „Auch viele Schwule und Lesben mögen mich.“ Was so nicht ganz stimmt. Viele Menschen halten Donald Trump für jemanden mit einer furchtbaren Frisur, der ein schrecklicher Präsident werden würde. Cher zum Beispiel. (Die über Trump twittert „Wie soll jemand, der es nicht mal schafft, mit seinen eigenen Haaren klarzukommen, mit ISIS klarkommen?“) Oder Hillary Clinton. Oder der amtierende Präsident der USA Barack Obama. Oder viele LGBTI-Aktivisten.

Trump führt die Umfragen an

Trump führt derzeit die Umfragen an: 23 Prozent aller Wähler der Republikaner halten den Milliardär für den besten Kandidaten, den ihre Partei 2016 aufstellen könnte. Nur mal zum Vergleich: Hillary Clinton kommt im Vorwahlkampf unter Anhängern der Demokraten, für die sie antreten will, derzeit auf bis zu 52 Prozent Zustimmung. Die die Trump mögen, lassen sich dabei durch nichts beirren. Der Präsidentschaftskandidat hat in seiner Antrittsrede Einwanderer aus Mexiko als „Diebe und Vergewaltiger“ bezeichnet, eine Journalistin, von der er sich in der ersten TV-Debatte der republikanischen Kandidaten schlecht behandelt fühlte, mit den Worten beschrieben: „Aus der lief einfach gerade überall Blut raus.“ und sich vor der Eheöffnung in den USA immer wieder gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht ausgesprochen. Zwar gehört er auch zu denen, die sagen, das Urteil des obersten Verfassungsgerichts sei bedauerlich, aber durch einen demokratischen Prozess legitimiert und nicht zu ändern. Aber weitere rechtliche Verbesserungen für LGBTI lehnt er fast durch die Bank ab. Donald Trump mag sich selbst nicht homophob finden. Aber, wie das so ist mit der Selbstwahrnehmung: sie kann einen sehr täuschen.

 
Bild: A. Katz/Shutterstock

Hier das Interview:


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