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Guatemalas homophober Präsident

Jimmy Morales gewinnt mit Botschaften gegen die Eheöffnung

Wer immer noch Zweifel daran hat, dass jemand der keinerlei Erfahrung in der Politik hat, dafür aber ein Gesicht, das genügend Menschen aus dem Fernsehen kennen, Präsident eines Landes werden kann, sollte spätestens heute eines besseren belehrt sein. Gut, es geht hier nicht um die USA, wo Fernsehstar Donald Trump im nächsten Jahr eventuell gegen Hillary Clinton antreten wird, sondern um Guatemala. Trotzdem ist die Wahl von Fernsehkomiker Jimmy Morales zum neuen Staatsoberhaupt ein Schock. Vor allem, weil sie so deutlich ausfällt: Über zwei Drittel aller Wähler gaben in einer Stichwahl zwischen ihm und der aktuellen sozialdemokratischen Präsidentin Sandra Torres, dem nationalistischen Morales ihre Stimme.

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Der war mit einer Plattform aus berechtigten Vorwürfen und krudesten konservativen Ideen erfolgreich. Sein Hauptbotschaft war „Schluß mit der Korruption” und kam gut an. Seit Monaten hatte es in Guatemala riesige Demonstrationen gegeben, deren Teilnehmer das Ende der Bestechlichkeitskultur unter ihren Politikern forderten. Ein verständlicher Wunsch: Der ehemalige Präsident Perez Molina und seine Vizepräsidentin Roxana Baldetti sitzen, zusammen mit vielen anderen Politikern, wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft. Sie sollen sich im Zusammenhang mit einem Zollskandal persönlich bereichert haben. In diesem Klima, fand Morales im Wahlkampf und nach seinem Sieg deutlicheWorte: „Danke, dass ihr mir das Vertrauen ausgesprochen habt. Ich bin euch und Gott verpflichtet. Und ich werde mich sehr anstrengen, damit ich euch nicht enttäusche. Mit eurer Wahl habt ihr mir einen Auftrag erteilt: die Korruption zu bekämpfen”, sagte er.

Keine Abtreibung, keine Öffnung der Ehe, keine Legalisierung von Mariuhana.

Aber, der Auftrag seiner Wähler geht noch weiter: „Keine Abtreibung, keine Öffnung der Ehe, keine Legalisierung von Mariuhana” lautete einer von Morales eher markigen Wahlkampfslogans. Denn auch bei Morales gilt, ähnlich wie bei Trump, es geht alles: freiester und beim Thema Korruption trotzdem staatlich kontrolierter Markt, Kontrolle von Suchtmitteln, Diskriminierung von Minderheiten und Abtreibungsverbot, bei totaler Freiheit für alle. Lustig ist das alles nicht. Weil es so offensichtlich das sein mag, wonach einige Wähler verlangt haben, aber genauso sicher in Gänze nicht das ist, was breite Teile der Bevölkerung wollen. Guatemalas gesellschaftlicher Umgang mit LGBTI ist ähnlich widersprüchlich. Zwar ist einvernehmliche Homosexualität zwischen Erwachsenen in dem südamerikanischen Land seit 1871 legal und das Schutzalter, völlig unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung, 18 Jahre. Aber Guatemala war in der 1990er auch dafür bekannt, dass es immer wieder Gruppentötungen von schwulen Männern gab, die von Todesschwadronen durchgeführt wurden, um „die moralischen Werte des Landes aufrechtzuerhalten”.

Ein Wahlkampfspot von Morales:

Bild: jimmymorales.gt


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