Gus-Kenworthy

Gus Kenworthy erledigt Twitter-Troll

Auf die Frage ob er "der Mann oder die Frau" ist, weiß der Ski-Star Antwort

Gus Kenworthys Hauptaufgabe besteht auch eine Woche nach seinem Coming-out darin, mindestens so niedlich zu sein wie die Hundebabys, die er so gerne rettet. Und dann ist er natürlich noch Spitzensportler, Silber-Gewinner bei den Olympischen Spielen, einer der besten Trickskifahrer der Welt und so langweiliges Zeug. Man könnte jetzt erwarten, dass Sportskanonen die ihren Prachtarsch gern auf Instagram ausstellen nicht so die ganz großen Leuchten sind, oder sich nach dem mehr als erfolgreichen Coming-out erstmal eine Weile orientieren müssen, bevor sie sinnvoll in der Comunity mitspielen. Nicht so unser Gus. Der ist schlau und eloquent und hat die richtige Form von Mundwerk.

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Zum Beispiel wenn ihn jemand auf Twitter dumm anmacht. „Bist du jetzt der Mann oder die Frau in deiner Beziehung. Das ist alles, was ich gerade wissen will”, fragte ein Prexton Vice den neuen, schwulen Weltstar mit der Feinfühligkeit eines Holzhammers. Unsere Lieblingsantwort auf diese immer dumme und niveaulose Frage ist zwar „Das ist, als würde man zwei Esstäbchen fragen, wer von ihnen die Gabel ist”, aber Gus hat eine andere, die uns auch gefällt:

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„In einer Beziehung bin ich der Mann. Und der andere Mann ist auch der Mann. Schließlich bin ich schwul. Und versuche nicht, eine heterosexuelle Beziehung nachzustellen.” Na, wer hätte das eine Woche nach seinem eigenen Coming-out auch gebracht? Keine Hände oben? Dann ist ja gut. Es ist nämlich das Eine, sich endlich aus dem Schrank zu trauen und mit sich selbst und der Welt reinen Tisch zu machen. Aber es ist etwas ganz Anderes, sich nur wenige Tage danach, bei Angriffen ganz stolz und selbstbewusst als das zu geben, was man eben ist. Gus Kenworthy scheint es nicht bei seinem Coming-out belassen zu wollen, sondern wird wohl auch weiter den Mund auf machen, wenn er oder andere angegriffen werden. Ein anderer sehr bekannter schwuler Mann würde jetzt sagen: „Und das ist auch gut so”.

Bild: Instagram


22 Kommentare

  1. Horst Lukas Kieler

    Wie bitte? Was genau macht Gus Kenworthy eurer Meinung nach zum „neuen schwulen Weltstar”? Weil er schwul ist? Bin ich auch. Weil er toll aussieht? Tu ich auch. Weil er sich geoutet hat? Hab ich mich auch. Bin ich deswegen gleich ein neuer schwuler Weltstar? Ich glaube nicht. Warum also sollte er es sein?

  2. Per Gamon

    Wenn er alt, fett oder häßlich wäre, würde sich kein Mensch dafür interessieren, was er geantwortet hat.
    Weil er aber jung, athletisch, attraktiv und niedlich wie ein Hundewelpe ist, bewundert ihn die halbe schwule Welt und schreit auf, wie intelligent er doch sei!

  3. Anna Klapper

    Genau an der Stelle bin ich auch hängen geblieben…meine Güte…der Junge ist schwul. Er hat sich entschieden, das öffentlich zu machen. Und er hat ganz schlagfertig eine coole und intelligente Antwort auf eine altbackene und dämliche Frage. Wäre er nicht außerdem ein erfolgreicher Sportler, er wäre ein ganz normaler jünger Mann. Kein Grund ihn gleich in irgendeine bescheuerte Rolle zu drängen. Und ob er Aktivist für was auch immer werden will, darf er auch selbst entscheiden. Und was heißt eigentlich neu? „Weltstar” war er seit den letzten olympischen Winterspielen….schwul wahrscheinlich auch.
    Beides gibt aber niemandem das Recht ihn für was auch immer zu vereinnahmen! Armselig….

  4. Otto S. Mops

    Ich kannte Gus Kenworthy bis eben auch noch nicht. Aber er sieht halt knuffig aus… und schwule Hochglanzblätter brauchen knuffige Posterboys. Wenn es sich dann auch noch um einen rotbackigen „Weltstar” handelt, umso besser. Bleibt die Frage an den Journalisten: Hatte Herr Kenworthy nun gerade sein Coming-out oder wurde er – wie oben formuliert – geoutet???? Aber das ist ja wohl nur noch eine Petitesse, wenn ein Weltstar „twittert”…

  5. Peer Kessner

    In den Neunzigern haben wir uns über in der Öffentlichkeit stehende Schwule und Lesben beschwert, wenn sie Stillschweigen über ihre Orientierung bewahrten, und damit jungen Leuten die Chance nahmen, sich mit ihnen zu identifizieren und im Idealfall ihr eigenes Coming out zu erleichtern. Sie wurden dafür sogar gegen ihren eigenen Willen öffentlich in den Medien ge-outet, „named & shamed”, dass Sie ihren Einfluss nicht im Sinne der nachwachsenden schwul-lesbischen Jugend geltend gemacht haben.

    Jetzt beschwert man sich, dass Sie es tun. Ich finde, da stimmt was nicht in der Kritik.

    Berühmte Menschen, die sich outen, haben einen enormen und nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die öffentliche Meinung, und ebnen und erleichtern den Weg für viele Jugendliche, die bislang noch keinen Frieden mit sich gefunden haben.

    Aber das ist nur meine persönliche Meinung.


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