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Homofreundlichstes Land Europas ist …

Das Ergebnis ist eine echte Überraschung

Das ist eine Überraschung! Das Land in Europa in dem Schwule, Lesben, Bisexuelle, Trans*gender und Intersexuelle die meisten Rechte haben, heißt Malta. Der winzige südeuropäische Inselstaat im Mittelmeer ist der neue Spitzenreiter der Liste, die die International Lesbian and Gay Association (ILGA) jedes Jahr erstellt. Letztes Jahr war Malta noch nur auf dem 13. Platz gelandet und ermahnt worden, sich um die rechtliche Gleichstellung seiner LGBTI-Mitbürger zu bemühen. Das ist nun offensichtlich gelungen. Die linke Labour-Regierung unter Premierminister Joseph Muscat hat alles Mögliche angepackt und gewuppt, von einem der progressivsten Gender-Identity-Gesetze der Welt bis zur Civil Partnership für gleichgeschlechtliche Paare, die von der Ehe selbst in Bereichen wie dem Adoptionsrecht nur der Name unterscheidet. Die Schwulen und Lesben unter Maltas rund 450.000 Bürgern können zwar nicht „heiraten”, haben aber in der ihnen zur Verfügung stehenden offiziellen Beziehungsform alle Rechte, die auch Ehepaare haben. Außerdem ist Malta das erste Land in Europa, und eines der wenigen in der Welt, das den Schutz von LGBTI in seine Verfassung aufgenommen hat. Die wurde erst 2015 ergänzt.

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Maltas Lage macht es außerdem zu einem der zentralen Anlaufpunkte für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Queere Menschen, die aus Ländern Afrikas oder Asiens fliehen, weil sie dort verfolgt werden, haben in Malta gute Karten: Homosexualität ist, anders als in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern, ein sicherer Asylgrund. Zu tun gibt es immer noch etwas, von den 100 Prozent möglichen Rechten, kommt Malta (wohl vor allem wegen der nominell geschlossenen Ehe) auf 89 Prozent. Damit landet das Land vor dem bisherigen Spitzenreiter Großbritannien (85,55 Prozent) und Belgien (82,3 Prozent) auf dem ersten Rang.

Deutschland weit abgeschlagen

Deutschland liegt mit 56,98 Prozent weit abgeschlagen auf Platz 15, noch einen hinter Österreich und nur zwei Plätze vor einem Land wie Ungarn, dass von ultra-rechten Kräften regiert wird. Eheöffnung, Adoptionsrecht, die Rechte von intersexuellen Kindern, der Umgang mit LGBTI-Asylsuchenden … die Liste dessen was Deutschland verbessern könnte, wenn die Regierung denn wollte, ist lang und deprimierend. Schließlich ist es eine Auflistung dessen, was in Malta schon Usus ist, aber im reichsten Land Europas ein politisches Problem. Auf den letzten drei Plätzen der ILGA-Bewertung finden sich, wenig überraschend, die Türkei, Russland und Aserbaidschan.

Russland auf dem vorletzten Platz

Wer sich ein genaueres Bild machen will, kann unter rainbow-europe.org die Ergebnisse in sechs Teilbereichen für jedes einzelne Land einsehen. Von Familienrecht über Arbeitsrecht bis zur Position von LGBTI-Flüchtlingen. Ein schneller, aber sehr nützlicher Weg, sich über die Bandbreite der Probleme zu informieren, die Menschen in dem jeweiligen Land ständig haben, oder die man als Reisender bekommen kann.

Bild: Shutterstock/Jason Winter


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