FullSizeRender-31-1200x700_c

Rainbow Katholiken gründen Netzwerk

LGBTIs in der Kirche stellen sich gegen den Vatikan

Am Sonntag hat Papst Franziskus in seiner Eröffnungspredigt für die außerordentliche Familien-Synode der Bischöfe eines klar und deutlich ausgesprochen: Der Gott seiner katholischen Kirche hat eine klare Vorstellung davon, wie eine gesegnete Beziehung aussieht. Sie besteht aus Mann und Frau. Wer sich nach den Ereignissen des Wochenendes Hoffnungen auf ein versöhnliches Signal oder ein Zugehen des Vatikan auf LGBTI-Gläubige versprochen hatte, wurde enttäuscht.

Erstes Treffen des „Global Network of Rainbow Catholics“

Aber, die Gegenbewegung innerhalb der Kirche wächst: Am 3. Oktober fand in Rom unter dem Motto “Ways of Love – Snapshots of Catholic Encounter with LGBT People and their Families” das erste Treffen des „Global Network of Rainbow Catholics“  statt. Es trafen sich katholische LGBTI-Aktivisten aus über einem Dutzend Ländern, unter anderem Deutschland, der Schweiz, Dänemerk, Finnland, Russland, den USA, Chile, Weißrussland, Estland, Polen, Rumänien, Italien und Frankreich. Ziel war es, einen sinnvollen und akzeptierenden Umgang der Kirche mit ihren schwulen und lesbischen Mitgläubigen zu finden. Aus dem Umfeld der Veranstaltung ging als erstes Ergebnis ein Brief hervor, den die Teilnehmer direkt an die Bischöfe der Synode und den Papst richteten.

Viele in der Kirche finden es gottgefällig, uns zu hassen

Sie schreiben unter anderem: „Wir sind dazu verpflichtet uns selbst, aber vor allen diejenigen, die schwächer sind als wir, auf der ganzen Welt zu schützen, besonders in Ländern in denen wir verfolgt oder kriminalisiert werden und in denen andere denken, sie tun Gottes Werk, indem sie uns töten. … Die letzten Jahren waren nicht einfach, da viele in einer Kirche, die auch unsere ist, es gottgefällig fanden, uns zu hassen und diesen Hass zu verbreiten. Einige tun das noch, besonders an der Spitze der Kirche. Aber, wir verbreiten frohe Kunde: Wir haben unseren Glauben auch unter den schärfsten Anfeindungen bewahrt, ihn bei uns getragen, auch in Zeiten schlimmster Verfolgung. Wir haben den Heiligen Geist in uns durch das Leben unter den Sohlen der Kirche nur noch stärker empfunden. Er gab uns die Kraft aufzustehen und Teilhabe zu fordern, uns nicht vor denen zu fürchten, die uns fürchten, nicht einzufallen in den Zorn und die Unfähigkeit zu Mitgefühl, die uns umgeben, uns dem dunklen Geist der Bürokratie und den Lügen, denen wir so oft ausgesetzt werden, nicht zu ergeben.“

Wir sind gesegnet und werden geliebt

Die Teilnehmer wollen ein weltweites Netzwerk von Katholiken gründen, die für LGBTI-Rechte eintreten, deren Familien und Freunden und anderen „Christen guten Willens“ und erklären auch, warum. „Wir haben erfahren, dass es nicht wichtig ist, was die Kirche für uns tun kann, sondern nur darauf ankommt, was wir für die Kirche tun können. Wir wollen Informationen austauschen, Lügen über uns aufdecken, uns gegenseitig stützen und helfen, in dem was wir brauchen, um uns selbst und unseren Familien Kraft zu geben, besonders dort, wo die Gesellschaften und Gesetze noch gegen sie gerichtet sind. Selbst für euch möchte unser Netzwerk von Nutzen sein, auch wenn wir aus langer, leidvoller Erfahrung wissen, wie furchtsam ihr Kontakt mit uns vermeidet, sei er im Verborgenen oder öffentlich. Unser Leben mit Jesus hat uns gelehrt, uns von den falschen Lehren, die einige von euch als die der Kirche ausgeben, nicht beirren zu lassen. Wir werden geduldig weiterarbeiten, denn wir wissen, wir sind gesegnet und werden geliebt.“

Bild: Network of Rainbow Catholics


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close