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Neues Denkmal für Homo-Bewegung

Die Entwürfe sind ab 6. November zu bestaunen

Berlin war Ausgangspunkt der weltweit ersten Homosexuellenbewegung. Hier wurde im Jahr 1897 das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee gegründet. Mutige Frauen und Männer um den Arzt und Sexualforscher Dr. Magnus Hirschfeld schufen eine soziale und politische Bewegung mit dem Ziel, Rechte zu erkämpfen, die Lesben und Schwulen ein Leben ohne staatliche Verfolgung und gesellschaftliche Ächtung ermöglichen sollten. So nahm Hirschfelds Wirken weltweit Einfluss auf die Abschaffung homophober Straftatbestände. Zur Abschaffung des § 175, der „beischlafähnliche Handlungen“ zwischen Männern unter Strafe stellte, kam es durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten jedoch nicht mehr.

Dieser ersten Homosexuellenbewegung wird im Sommer 2016 am Spreeufer gegenüber dem Bundeskanzleramt ein Denkmal gesetzt.  Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg hat lange für das Denkmal gekämpft. Die erste Etappe haben wurde 2008 erreicht, als der Ort des zukünftigen Denkmals, das Spreeufer gegenüber dem Kanzleramt, nach Dr. Magnus Hirschfeld benannt wurde. Seit 2011 erinnern zwei Stelen an ihn und die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Denkmal.

„Wir sind stolz darauf, dieses lang geplante Vorhaben dank zahlreicher Spenden und einer Zuwendung der Lotto-Stiftung Berlin gemeinsam mit der Universität der Künste realisieren zu können“, so Ulrich Keßler vom LSVD-Landesvorstand.

Copyright: Dummer

Foto: Brigitte Dummer

Der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eröffnet am 5. November die Ausstellung für Denkmal-Entwürfe im Haus der Kulturen der Welt. Bis zum 15. November kann man sich täglich von 10-19 Uhr ein Bild machen. Die Auswahl des Siegerentwurfs trifft eine Jury „aus politischen Entscheidungsträgern und Fachleuten aus dem deutschen und internationalen Kunstbetrieb“, wie der LSVD mitteilte. Aber auch die Besucher der Ausstellung können direkt vor Ort ihre Rückmeldungen abgeben.

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Prominente Gäste aus Politik und Kultur haben bereits ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier zugesagt, darunter die Schauspielerin Judy Winter, Designer Julian F.M. Stoeckel sowie die Landesvorsitzenden von SPD und LINKEN, Jan Stöß und Dr. Klaus Lederer,  die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ramona Pop wie auch mehrere Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus.

Das Titelfoto (Magnus-Hirschfeld-Stiftung) zeigt das Institut für Sexualwissenschaft nach der Plünderung 1933. 


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