Lake Baby

Nicht ohne unsere Tochter

Wegen einer homophoben Leihmutter kämpfen die Väter in Thailand um ihr Kind

Am Tag von Carmens Geburt waren Gordon Lake und sein Ehemann Manuel sehr glücklich. Leihmutter und Kind waren wohlauf und die beiden Papas und Carmens fast zweijähriger Bruder freuten sich sehr über den Zuwachs zu ihrer Familie. Alles war wie geplant verlaufen: Die 34-Jährige Thailänderin hatte ihr Baby ausgetragen, gezeugt mit Lakes Sperma und der Eizelle einer anonymen Spenderin. Das Kind war gesund und alle waren glücklich. Bald würde Carmen mit ihren Vätern und ihrem Bruder nach Hause können. So schien es jedenfalls.

Auch Carmens Bruder wurde von einer Leihmutter ausgetragen

Bis die Leihmutter, der Lake und sein Mann vor und während der Schwangerschaft fast 35.000 Euro für medizinische und andere Aufwendungen gezahlt hatten und mit der sie einen bindenden Vertrag unterzeichnet hatten, angeblich erst am Tag der Geburt erfuhr, dass Carmen zwei Väter haben würde, aber keine Mutter. Sie weigerte sich, nachdem sie den wartenden Eltern das Kind im Januar schon übergeben hatte, die Dokumente zu unterzeichnen, die notwendig sind, damit Carmen einen Pass bekommen und Thailand so verlassen kann. „Ich war komplett überrascht und total schockiert. Das ist das Schlimmste, was einem in einer solchen Situation passieren kann“, sagte Lake dem englischen „Guardian“. Auch Carmens Bruder Álvaro ist von einer Leihmutter ausgetragen worden. Allerdings in Indien, wo das bis heute legal ist.

Carmen, Álvaro und ihre Väter

Carmen, Álvaro und ihre Väter

In Thailand war es das zu Beginn der Schwangerschaft von Carmens Leihmutter auch, wovon in den letzten Jahren Tausende vor allem amerikanische und israelische Paare Gebrauch machten. Inzwischen hat die Regierung die Gesetze wegen zweier Aufsehen erregender Fälle allerdings verschärft und Leihmutterschaft für internationale Paare so unmöglich gemacht. Dass hat es der Leihmutter von Carmen ermöglicht, eine Anwältin einzuschalten, die darauf drängt, das „Mutter“ und Kind vereint werden und Leihmutterschaft mit Menschenhandel vergleicht. Zwar sind Leihmutter und Kind biologisch gesehen nicht verwandt, aber das thailändische Recht sagt, dass die Person die Mutter eines Kindes ist, die es auf die Welt gebracht hat, egal ob es eine einzige genetische Übereinstimmmung gibt oder nicht. Sie steht auch als Mutter in Carmens Geburtsurkunde.

Auf Kickstarter 23.000 Dollar für Gerichtsverfahren gesammelt

Was dazu geführt hat, dass Gordon Lake, Manuel und Álvaro nun mit Carmen seit Monaten an einem geheimen Ort in Bangkok leben und sagen, sie würden ohne ihre Tochter das Land nicht verlassen und sich nicht von Homophobie ihre Familie kaputtmachen lassen. Die Anwältin der Leihmutter bestreitet, dass die Motive ihrer Mandantin homophob sind, der ginge es einzig und allein „um ihr Kind“, auch wenn sie in den letzten Monaten laut internationalen Medien schon geäußert hat, sie wolle nicht, dass Carmen bei zwei Männern aufwächst. Die haben inzwischen auf Kickstarter 23.000 Dollar für das anstehende Gerichtsverfahren gesammelt und hoffen auf einen fairen Richter. Zwar werden gleichgeschlechtliche Ehen in Thailand nicht anerkannt, genetische Verwandtschaftbeziehungen aber schon. „Carmen hat schon zwei Zähne und Álvaro hat erst vor ein paar Monaten das Wort Schwester gelernt“, berichtet Lake.

Bilder: Facebook/Gordon Lake


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