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„Occupy Pedophilia” verurteilt

Lange Haftstrafen für russische Gewalttäter

Die russische Behörden können beim Thema Homophobie und Gewalt gegen LGBTI offensichtlich auch etwas anderes tun als wegschauen oder sogar mitmachen. Zum Beispiel Gewalttäter zu langen Gefängnisstrafen verurteilen. Zumindestens ist genau das gerade passiert. Neun Mitglieder einer Gruppe die sich „Occupy Pedophilia” nennt, hatte die Polizei dem Bezirksgericht Kamensk im Ural übergeben.

Opfer gefoltert und gefilmt

Die Männer hatten im letzten Jahr traurige Berühmtheit dadurch erlangt, dass sie mindestens 19 Opfer über unverdächtig erscheinende Kontaktanzeigen an Orte gelockt hatten, wo die Gruppe die oft jungen Männer dann festsetzte, beschimpfte, verprügelte und folterte, während sie ihre eigenen Aktionen filmten und die Videos danach ins Internet stellten. Die Aufnahmen zeigten, wie die Opfer im Teenageralter erniedrigt, bespuckt und mit Urin übergossen wurden, gezwungen wurden, Erbrochenes zu essen oder mit Sexspielzeugen zu „experimentieren”. Besonders berüchtigt: ein Video in dem die Gruppe einen farbigen Engländer gefangen hielt, ihn mit Wassermelone fütterte und ihm auf Russisch „Schwuchteln sollten getötet werden.” ins Gesicht schrie.  Viele der Opfer von „Occupy Pedophilia” begingen nach Veröffentlichung der Aufnahmen Selbstmord. In vielen Teilen Russlands war es nach Veröffentlichung der Videos zu ähnlichen Vorfällen gekommen.

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Maxim Marschinkewitsch im russischen Fernsehen

Maxim Marschinkewitsch, ein russischer Neonazi und der Anführer der Gruppe, der derzeit wegen Rowdytum und schwerer Körperverletzung schon drei Jahre einsitzt, hatte immer behauptet, ihm und seinen Mittätern ginge es nur um den Kampf gegen Pädophile, sie hätten nichts gegen schwule Männer. Die Videos, die – wie das untenstehende – nur schwer zu ertragen sind, erzählen eine ganz andere Geschichte. Das Gericht verurteilte sechs der Angeklagten wegen „Folter, Bedrohung und mittelschwerer Körperverletzung” zu Gefängnistrafen zwischen drei und sechs Jahren. Drei Angeklagte wurden zu langen Bewährungsstrafen verurteilt. Einige Prozessbeobachter fanden die Urteile zu milde, aber vielleicht hält die Berichterstattung in den russischen Medien über das Urteil, nun Nachahmungstäter von weiteren Taten ab.

Bilder: Facebook


3 Kommentare

  1. Arne Reyher

    An eurer Stelle würde ich das Video unter dem Beitrag nicht verbreiten. nehmt es raus. Nutzt ein Standbild, in dem das Opfer unkenntlich gemacht wird. So was veröffentlicht man nicht, da alles Wesentliche im Beitrag steht.

  2. Kriss Rudolph

    Lieber Arne, wir finden das Video auch schwer erträglich. Aber zum einen sind die Opfer bereits unkenntlich gemacht; zum anderen handelt es sich hier um ein Gerichtsverfahren, und das Video ist Beweismaterial, das die russischen Neonazis frei Haus liefern. Darum haben wir uns entschieden, das Video hier zu zeigen.
    Beste Grüße


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