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Online-Umfrage zu Diskriminierung

Kieler Student sucht Teilnehmer und belohnt das Mitmachen mit Amazon-Gutscheinen

UPDATE: Die Umfrage wurde mittlerweile geschlossen – die Beteiligung war so rege, dass Christian Jenzen jetzt alle Hände voll mit der Auswertung zu tun hat.

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Der 31-jährige Christian Jenzen wohnt in Hamburg mit seinem Freund zusammen, studiert aber derzeit noch in Kiel. Nach Abschluss seines Masters will er Schuldnerberater oder Berufsbetreuer werden. Er studiert Pädagogik und Soziologie mit dem Schwerpunkt Sexualpädagogik und sexuelle Vielfalt. Das Thema seiner Arbeit lautet: „Kann Sexualbildung, indem sie Diskriminierungen entgegenwirkt, die sich gegen sexuelle Minderheiten richten oder durch jene selbst hervorgebracht werden, bei der Entwicklung einer freien sexuellen Identität unterstützen?”

Christian Jenzen (Foto: Facebook)

Christian Jenzen (Foto: Facebook)

Es geht um zwei Seiten von Diskriminierungen: Einerseits um die, die von außen auf männliche Homosexuelle einwirken und darüber hinaus auch Diskriminierungen, die Schwule unter Umständen wiederum nach außen oder sogar gegen sich selbst richten. Auf das Thema kam er, „weil es mich dermaßen ärgert, dass es Homosexuellen verweigert wird, Blutspenden zu gehen. Das kann ich nicht nachvollziehen, schließlich lebe ich seit Jahren in einer funktionierenden, monogamen Beziehung und wohl daher kaum einer Risikogruppe angehörig.“ Ein weiterer Beweggrund war dieses Video, das die Präventionskampagne IWWIT mit der Berliner Drag Queen Barbie Breakout drehte. Darin ging es mitunter um Diskriminierungen, die Homosexuelle selbst verursachen, z. B. aufgrund des Alters oder der Art, sich zu geben usw.

 

 

„Das fand ich derart spannend, sodass ich begann mich selbst und auch Freunde zu beobachten und entdeckte Seiten an mir, die mir vorher nicht bewusst waren.“ Christian fand es erschreckend: Es war für ihn nicht nachvollziehbar, „dass Angehörige von Minderheitengruppen, die ohnehin schon mit genügend Problemen zu kämpfen haben, indem sie von außen diskriminiert werden, es sich darüber hinaus noch innerhalb der Community erschweren.“

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Zwei Beispielfragen / Christian Jenzen

Um das zu ergründen, sucht er Teilnehmer jeden Alters, auch unabhängig vom Coming-out-Status. Maßgeblich ist allein, dass man männlich und homosexuell ist. Weitere Ausschlusskriterien gibt es nicht. Anfangs suchte er Teilnehmer im direkten sozialen Umfeld, „doch das war schnell ausgeschöpft, sodass ich die Suche auf diverse Internetforen und vor allem Community-Gruppen auf Facebook ausdehnte”, erzählt der Student. MÄNNER hilft gerne mit, möglichst viele Teilnehmer zu erreichen.

Wie kann man Diskriminierungen verhindern und bekämpfen?

„Ziel der Auswertung ist es, dass man der Pädagogik klar aufzeigen kann, an welchen Stellen eindeutiger Handlungsbedarf besteht, etwa im welchem Alter, welcher Bildungsstatus, welche Art von Diskriminierungen vorliegen, durch welche Personen diese verursacht werden usw. Ich hinterfrage jedoch auch nach guten Erfahrungen, z. B. welche Personen besonderes gut reagierten auf ein Coming-out und aus welchen – subjektiv eingeschätzten – Gründen.” Daraus will Christian ableiten, welche Möglichkeiten sich für die Pädagogik bieten, „um schlussendlich Diskriminierungen zu bekämpfen bzw. an deren Entstehung zu hindern oder notfalls die bisherigen Opfer gegen derartige Diskriminierungen zu stärken, sodass es ihnen möglich sein wird, ihre sexuelle Orientierung auszuleben und ihre sexuelle Identität voll entwickeln zu können, d.h. eins sein zu können mit seiner Orientierung.” Die Beteiligung an seiner Umfrage ist schon jetzt sehr rege.

„Ich muss sagen, dass ich anfangs Bedenken hatte, ob ich genügend Menschen erreichen würde, aber die Resonanz ist absolut prima.” Sein Mindestziel lag bei 50 ausgefüllten Bögen, aber schon am zweiten Tag der Umfrage erreicht er aller Wahrscheinlichkeit nach die 300-Marke.

Hier geht es zur Umfrage. Unter allen, die mitmachen, verlost der Student Amazon-Gutscheine  im Wert von 20 und 30 Euro.

Titelfoto: Shutterstock

 


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