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Präsidialer Spender

Bernie Sanders gibt Pharmazeuten-Spende an AIDS-Klinik weiter

Martin Shkreli ist ein merkwürdiger Mensch. Erst verteuerte der frisch gebackene Pharma-Unternehmer das von vielen HIV-Patienten benötigte Medikament Daraprim um 5500 Prozent, woraufhin Hilary Clinton ankündigte, die Zuzahlung zu Medikamenten deckeln zu wollen, sollte sie Präsidentin werden. Dann sagte der Pharma-Unternehmer, er würde den Preis für die Pille wieder senken, was nie geschah. Er gilt inzwischen als „der meist gehasste Mann des Internets”, hat aber offensichtlich trotzdem immer noch nicht verstanden, dass man sich Beliebtheit oder Freunde nicht kaufen kann.

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Pharma-Unternehmer Martin Shkreli der „meist gehasste Mann im Internet”

Siehe zum Beispiel Bernie Sanders, der schärfste Konkurrent von Hillary Clinton um den Posten als Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten 2016. Der überzeugte in der ersten Fernsehdebatte in dieser Woche mit Charme, Engagement und einer ordentlichen Portion Chuzpe und gewann danach alles, was an Meinungsumfragen im Internet so zu haben war, auch wenn am nächsten Morgen die Medien Hillary zur Siegerin des Abends erklärten.

Wahlkampfspende geht an HIV-Klinik

Aber Sanders schließt die Woche zumindestens als Sieger der Herzen ab, denn die flogen ihm gestern tausendfach zu, als bekannt wurde, dass er zwar die maximal mögliche Spendensumme von 2700 Dollar an seine Kampagne von Martin Shkreli angenommen hatte, das Geld des Pharma-Millionärs aber in keinem Fall behalten wollte. Nachdem Shkreli auf Twitter bekannt gemacht hatte, dass er an Sanders gespendet hatte und sich nun über ein Meeting mit dem Präsidentschafts-Kandidaten freuen würde, ließ Sanders sein PR-Team bekanntgeben, er bedanke sich bei Shkreli für seine Spende und er hätte die 2700 Dollar der Whitman-Walker Health-Klinik in Washington weitergespendet, deren Ärzte sich auf die Behandlung von HIV-Patienten spezialisiert haben.

Shreli Tweet

Shkreli regierte erwartungsgemäß eingeschnappt und kindisch: Er twitterterte, „Wenn Bernie Sanders mein Geld nicht will, kann er es mir zurückschicken. Es zu behalten und weiterzuspenden, bedeutet trotzdem, dass er meine Spende angenommen hat”. Die Sanders-Kampagne sieht das etwas anders: „Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, das Geld von jemandem zu behalten, der die Gier der Pharma-Industrie vorbildhaft verkörpert”, sagte Michael Briggs, der Pressesprecher von Bernie Sanders. Der bezeichnet sich übrigens selbst als „Sozialdemokrat” und repräsentiert damit in den USA das ultralinke Lager im Wahlkampf. Das nächste Mal, wenn ein deutscher sozialdemokratischer Politiker Pharmafirmen „gierig” nennt, berichten wir sofort. Versprochen.

 


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