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Studie: Diversity auf dem Prüfstand

Die meisten Arbeitnehmer sind unzufrieden

Diversity Management ist einer dieser Bereiche, die in vielen großen Konzernen ganz groß geschrieben wird. Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen, unabhängig von ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder dem Geschlecht. Und sie sollen dieselben Chancen erhalten, beruflich aufzusteigen.

Davon kann immerhin jedes Unternehmen profitieren: Einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zufolge wirkt sich die Zusammensetzung der Vorstände auf den wirtschaftlichen Erfolg aus: Die Firmen mit der größten Vielfalt erzielten 53 Prozent höhere Renditen als diejenigen mit der geringsten Diversität. Analysiert wurden 180 Unternehmen weltweit. Zwar stammt die Studie aus dem Jahr 2011, die eindeutigen Zahlen werden aber heute wohl noch ähnlich sein.

Viele sind auf der Arbeitet geoutet

Doch wie bewerten überhaupt die schwulen und lesbischen Mitarbeiter die Diversity-Konzepte ihres Arbeitgebers? Immerhin sind sie es, um die es geht. Genau das wollte die Universität Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wissen.

Sie haben fast 400 schwule und lesbische Angestellte befragt. Welche Bedeutung messen sie dem Diversity Management bei? Wie gehen sei mit ihrer sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz um? Wie fördern Firmen die Vielfalt? Und haben sie Erfolg dabei?

Das Ergebnis: Diversity Management ist für fast alle LGBTI-Arbeitnehmer wichtig (84 Prozent). Fast zwei Drittel (63 Prozent) sind aber nicht zufrieden, wie ihr Arbeitgeber es gestaltet. Nach dem inneren Coming-out, dem bei Familie und Freunden ist auch das Coming-out am Arbeitsplatz ein weiterer Schritt im Leben eines jeden schwulen Mannes. Wenn er denn möchte.

Keine Beförderung aufgrund von Homosexualität?

Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) ist im Arbeitsleben geoutet. Weitere 40 Prozent würden auf Nachfrage dazu stehen, aufs eigene Geschlecht zu stehen. Da bleiben nicht viele übrig, die über ihre Homosexualität Stillschweigen bewahren. Das ist erfreulich. Anscheinend schaffen viele Arbeitgeber eine Atmosphäre, in der sich die Mitarbeiter sicher fühlen.

Gleichzeitig sind es diese Zahlen, die besonders aufhorchen lassen: 42 Prozent berichten von irgendeiner Form von Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Identität. Besonders häufig nennen sie Mobbing und Belästigung. Fast ein Viertel – 23 Prozent – sagen sogar, dass ihre sexuelle Identität negative Auswirkungen auf ihre Karrierechancen hat.

Kaum öffentlich schwule Führungskräfte in Deutschland

Auf jeden Fall fehlt es in Deutschland an prominenten LGBTI-Führungskräften. Während in den USA Apple-Chef Tim Cook seine Homosexualität ziemlich gut vermarktet, zeigen sich deutsche Wirtschaftsbosse sehr zurückhaltend. Doch natürlich gibt es LGBTI-Chefs. Die gehen damit nur (noch) nicht an die Öffentlichkeit.

Foto: Shutterstock


3 Kommentare

  1. Jens Reschke

    bei mir steht im zusatz zum arbeitsvertrag geschrieben, dass jeder, der irgendwen wegen irgendwas diskriminiert, mit erheblichen arbeitsrechtlichen konsequenzen zu rechnen hat.
    ich arbeite bei den johannitern und finde deren diversity management überzeugend und großartig!


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