_Zvonimir Atletic

Teresa-Orden gegen Homo-Adoption

Die indischen Nonnen beenden ihre Vermittlung

Einer von Mutter Teresas berühmtesten Sinnsprüchen ist: „Wie kann es zu viele Kinder geben? Das ist, als sagte jemand, es gäbe es zu viele Blumen.” Deswegen gründete sie unter dem Namen „Nirmala Shishu Bhawan” viele Waisenhäuser in ganz Indien, in denen in den letzten 50 Jahren viele Tausend Waisen und arme Kinder durch die „Schwestern der Barmherzigkeit” mit Nahrung, Obdach und Bildung versorgt wurden. Viele von ihnen, bis sie in Familien vermittelt werden konnten. Mutter Teresa starb 1997 in Kalkutta. Sie hatte sich ihr Leben lang für Kranke, Sterbende und immer wieder für Kinder eingesetzt und war eine der am meisten bewundersten, religiösen Persönlichkeiten weltweit. 1979 erhielt sie für ihre Arbeit den Friedens-Nobelpreis. Der Adoptionsservice des von ihr gegründeten Ordens war einer der erfolgreichsten des Landes, in dem es 25 Millionen Waisen gibt, von denen aber nach offiziellen Angaben nur etwas unter 0,1 Prozent adoptiert werden.

Keine Kinder an Alleinerziehende

Aber auch damit ist jetzt Schluß. Die barmherzigen Schwestern haben die indische Regierung gebeten, ihre Waisenhäuser von den offiziellen Listen der Adoptionsagentur der indischen Regierung entfernen zu lassen. Sie würden keine Kinder mehr vermitteln. Denn das müssten sie nun auch an Alleinerziehende oder Eheleute tun, die nicht das erste Mal verheiratet sind. Und das geht natürlich nicht. Der Chef von Indiens zentraler Adoptionsagentur sagte dem „The Idian Express”, dass das die beiden Hauptstreitpunkte seien: „Sie möchten keine Kinder an Alleinerziehende vermiiteln und nicht an Paare, bei denen einer, oder beide Partner schon einmal geschieden sind.” Das müssten sie aber nach den neuen Richtlinien, die die Regierung diesen Sommer verabschiedet hat, um mehr Kinder adoptieren lassen zu können, was den Konflikt hervorgerufen hatte.

Foto: Maria Brandes/Shutterstock

Foto: Maria Brandes/Shutterstock

Sister Amala, die ein Waisenhaus des Ordens im Norden von Delhi leitet, erklärte der Nachrichtenagentur npr die Entscheidung genauer: „Die neuen Richtlinien lassen sich nicht mit unseren Vorstellungen von Kindeswohl vereinbaren. Sie sind nichts für religiöse Menschen wie uns. … Was passiert, wenn die Alleinerziehenden ein Schwuler oder eine Lesbe sind? Unter welchen moralischen Grundsätzen soll das Kind da erzogen werden? Unsere Regeln gestatten es nun mal nur verheirateten Paaren zu adoptieren.” Eine andere Nonne sagte, die Entscheidung sei nicht übers Knie gebrochen worden, sondern es sei im Orden schon länger darüber diskutiert worden, die Adoptionsagentur zugunsten der Arbeit für behinderte Kinder aufzugeben. Maneka Gandhi, indische Ministerin für Frauen und Kindererziehung, bedauert die Entscheidung der Schwestern: „Sie möchten sich einfach nicht bestimmten weltlichen Regeln unterwerfen. … Aber wir sind im Dialog mit ihnen und versuchen sie davon zu überzeugen, dass es auch unter diesen Umständen möglich ist, ihre Arbeit fortzusetzen.”

Bild: Shutterstock/vonimir atletic


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