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Trans*-Teddy

Ein Bilderbuch für trans*-Familien. Und alle anderen

Wie erklärt man kleinen Kindern, was ein/e Transsexuelle/r ist, wenn sie das wissen wollen, weil ein Familienmitglied sein trans*-Coming-out hat oder jemand anderer in ihrem Leben sie mit dem Thema konfrontiert? In englischsprachigen Ländern wird da jetzt Abhilfe geschaffen: Das trans*-Bilderbuch heißt „Indroducing Teddy” („Darf ich Ihnen Teddy vorstellen”) und erzählt die rührende Geschichte darüber, wie Teddy, die weiß, dass sie ein Mädchen ist, allen erklärt, warum sie kein männlicher Teddy ist und wie ihre kindlichen Spielgefährten darauf reagieren.

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Geschrieben hat das zauberhafte kleine Buch Jessica Walton und zwar erstmal aus ganz persönlichen Motiven: Nämlich, um ihrem dreijährigen Sohn Errol zu erklären, wie es kommt, dass seine Großmutter Tina Jessicas Vater war. Die australische Autorin sagt dazu: „Es gab nichts Vergleichbares. Eine Lücke, die ich gern schließen wollte. Schon, um Tina zu ehren. Sie war ein fantastischer Vater und hat uns immer alles liebevoll und kindgerecht erklärt. Und genau das wollte ich für Errol jetzt mit ihr tun.” Also tat sie sich mit dem Illustrator Dougal MacPherson zusammen und sammelte in einer der erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen aller Zeiten über 20.000 Euro dafür ein, das Buch so schön und originell wie möglich zu machen. Das war ein voller Erfolg: „Introducing Teddy” wurde von der australischen Kritik und vom kleinen wie großen Lesepublikum gefeiert und so sehr geliebt, dass Mitte nächsten Jahres Bloomsbury, ein großer englischer Verlag, das Buch in einer hohen Auflage auf den weltweiten, englischsprachigen Kinderbuchmarkt bringt.

von links: Jessica Walton und Tina

von links: Jessica Walton und Tina

Auch wenn sich Jessica Walton über den Erfolg des Buches sehr gefreut hat, gab es eine Leserin, deren Urteil ihr wichtiger war, als das aller anderen: Tina. „Ich war schon sehr nervös, als ich ihr das Buch zum ersten Mal gezeigt habe. Sie war die Inspiration und im Entstehungsprozess unendlich für mich da. Ich wollte sie nicht enttäuschen.”  Eine unbegründete Befürchtung. Denn die Hauptadressatin von „Indroducing Teddy” war einfach nur glücklich mit dem Werk ihrer Tochter. „Ich habe einfach nur geweint vor Freude”, berichtet Tina. „Es war eine so schöne Geste und ist ein so wunderbares Buch geworden. Es ist eine Geschichte über Unterschiede und darüber, wie man lernt die zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen. Und die Illustrationen sind ganz herrlich.” Sie glaubt, dass das Buch auch Kindern etwas geben kann, die mit dem Thema trans* nicht direkt zu tun haben. „Es geht darum, dass man als Mensch irgendwann ehrlich mit sich sein muss und zu dem stehen, was man im tiefsten Innersten ist, weil man sich selbst sonst unglücklich macht. Und diesen Konflikt hat jeder.”

Bilder: Kickstarter/Twitter/Privat

 


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