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2000 Mormonen zum Teufel!

Grund: Kinder aus LGBTI-Familien sollen nicht getauft werden

Mal eben knapp 2000 Mitglieder verloren. Das haben sich die Mormonen in Utah aber auch redlich verdient – massenhaft kam es dort zu Austritten, weil die Kirche eine neue Regelung für LGBTI-Paare beschlossen hat: Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern werden nicht getauft, bis sie 18 sind.

Allein am Samstag trafen Austrittserklärungen von über 1000 Menschen bei der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Church of Jesus Christ of Latter-day Saints) ein – diese größte Glaubensgemeinschaft in Utah. Vor der Kirche in der Hauptstadt Salt Lake City demonstrierten zahlreiche Menschen gegen die neue Regelung.

Rechtsanwalt Mark Naugle, der 1830 Briefe gesammelt und weitergeleitet hat, verkündete am Montag stolz bei Facebook: „Ihr seid die Größten! Danke, dass Ihr für das kämpft, was richtig ist!“ Gegenüber CNN sagte er: „Die meisten Leute haben sich eh schon von der Kirche entfremdet, und das war jetzt der Tropfen auf dem heißen Stein.“ Eine der Ausgetretenen, Sarah Braegger sagte, sie könne nicht verstehen, wie eine Kirche sich als christlich bezeichnen könne und bestimmte Gruppen ausschlösse. Für alle, die austreten wollen, ist die Seite Mormon Resignation eingerichtet worden, die in sieben Schritten erklärt, wie der Austritt funktioniert.

Die Taufe bekommen Kinder aus homosexuellen Partnerschaften nur, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben oder sich von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lossagen.

Die neue Regelung war Anfang November von der Kirche veröffentlicht worden. Darin hieß es, man betrachte die gleichgeschlechtliche Ehe als „Abfall vom Glauben“ und Entfremdung von der Kirche, was gute Gründe seien, ein Mitglied zu exkommunizieren. Zur Taufe heißt es: Die könnten Kinder aus homosexuellen Partnerschaften nur erhalten, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet hätten, zu Hause auszögen oder sich von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lossagten. Das bedürfe dann aber immer noch der Zustimmung von oberster kirchlicher Stelle.

D. Todd Christoffersen, Mitglied des 12-köpfigen Führungsgremiums der Kirche, ließ in einem Video Anfang des Monats mitteilen, man wollte Kinder schützen. Am Freitag wurde eine weitere Erklärung veröffentlicht, in der es hieß, die Regelung beträfe „nur“ Kinder aus gleichgeschlechtlichen Ehen; Kinder, die schon getauft seien – auch wenn sie schwule oder lesbische Eltern hätten -, seien nicht betroffen. Ein anderer Vertreter sagte, seine Kirche befände sich schon eine Weile in einem kalten Krieg mit der LGBTI Community. „Aber dass sie Kindern nachstellen“ – damit seien sie zu weit gegangen.

Die Klarstellung seitens der Kirche hat natürlich niemanden beruhigt. Am kommenden Samstag findet darum eine Kundgebung in Salt Lake City statt mit dem Titel “The Utah Rally for Love, Equality, Family and Acceptance“, zu der die Veranstalter auf  Facebook aufgerufen haben. Man will dem Staat Utah und der Nation zeigen, dass jeder Liebe, Gleichberechtigung, Familie und Akzeptanz verdiene.

Titelbild: f11photo / Shutterstock.com


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